Frühere Spitzenpolitiker Osteuropas, darunter Vaclav Havel, verfassen einen offenen Brief an US-Präsident Obama - und warnen ihn vor der "revisionistischen Macht" Russland.
In einem offenen Brief haben sieben ehemalige osteuropäische Staatspräsidenten sowie mehrere Ex-Regierungschefs und -Minister an US-Präsident Barack Obama appelliert, in seiner Politik gegenüber Moskau nicht die Interessen der ehemaligen Ostblockstaaten zu vernachlässigen.
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US-Präsident Obama und der frühere tschechische Staatschef Vaclav Havel bei einem Treffen in Prag Anfang April: Frühere osteuropäische Spitzenpolitiker haben sich in einem offenen Schreiben besorgt über das amerikanisch-russische Verhältnis geäußert. (© Archiv-Foto: AP)
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In dem am Donnerstag von der linksliberalen Warschauer Tageszeitung Gazeta Wyborcza veröffentlichten Schreiben fordern die Autoren, gegenüber Moskau einen härteren Kurs einzuschlagen.
Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören die früheren Präsidenten Lech Walesa und Aleksander Kwasniewski (beide Polen), Vaclav Havel (Tschechien), Michal Kovacz (Slowakei), Adam Adamkus (Litauen), Vaira Vika-Freiberga (Lettland) und Emil Constantinescu (Rumänien).
In dem Schreiben heißt es, die offenbar in Washington verbreitete Ansicht, dass die Region demokratisch stabilisiert sei, sei "verfrüht". Vielmehr stünden Mittelost- und Osteuropa "am Scheideweg".
Die Unterzeichner erfülle mit großer Sorge, dass die Nato die "Vergewaltigung des Völkerrechts" durch Russland im Krieg mit Georgien im vergangenen Sommer "tatenlos hingenommen" habe. Im August 2008 waren russische Truppen in Georgien einmarschiert. Anschließend erkannte Moskau die von russischen Truppen besetzten, völkerrechtlich aber zu Georgien gehörenden Provinzen Abchasien und Südossetien als unabhängige Staaten an.
"Aus unseren Erfahrungen ergibt sich, dass eine auf Grundwerten beruhende entschiedenere Politik gegenüber Moskau nicht nur die Sicherheit des Westens stärkt, sondern auch Moskau eher zur Zusammenarbeit bewegt", heißt es in dem Brief.
Die Unterzeichner verhehlten nicht, dass sie sich stets als Freunde Washingtons verstanden und energisch den Beitritt ihrer Staaten zu den westlichen Bündnissen betrieben haben. Maßstab für die Glaubwürdigkeit Washingtons sei heute der Raketenschild, der in Polen und in Tschechien stationiert werden solle. Die Aufgabe dieses Projekts ohne Konsultation mit Warschau und Prag würde diese Glaubwürdigkeit unterminieren.
Russland sei als "revisionistische Macht" auf die Weltbühne zurückgekehrt, die ihre "Ziele aus dem 19. Jahrhundert mit Taktiken und Methoden des 21. Jahrhunderts verfolgt", warnen die Autoren.
In Kommentaren der polnischen Presse zu dem Schreiben wurde darauf verweisen, dass die Unterzeichner offenbar kein Vertrauen in die politische Kraft der Europäischen Union hätten.
Seit der Annäherung zwischen dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Kremlchef Wladimir Putin wird auch Berlin nicht mehr als Anwalt der neuen EU-Staaten gegenüber Moskau angesehen. Die jetzige Bundesregierung gilt als wenig handlungsfähig, da Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier in der Ostpolitik nach Meinung der Kommentatoren nicht dieselbe Sprache sprechen. Steinmeier wird mit äußerstem Misstrauen betrachtet, da er als Epigone des Putin-Freundes Schröders gilt.
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(SZ vom 17.07.2009/dmo)
Bundespräsident Gauck in Israel
Man kann der deutschen Aussenpolitik, aber auch anderen EU-Länder, den Vorwurf machen, dass sie sich von Moskau übervorteilen lässt, wenn Deutschland russischen Staatsbürgern unbeschränkten Zugang in Deutschland gestattet, Moskau aber nur räumlich sehr eingeschränkte Visa erteilt. Das vergrösset nur die Unsicherheit gegenüber dieser "Demokratur" der Apparatschiks.
To Jan45:
"Wann haben die Polen denn übertrieben? Etwa am 1.Sept.1939 oder am 04.Juni.1989, oder im August 1920 ?"
Polinische Unschuldigkeit gehört längst zu den Glaubensfragen. Polen poliert fleißig an eigener historischen Opfer-Darstellung. Leider sind die diese Darstellungen i.d.R. nicht durch die lückenlosen Betrachtungen, sonder eher durch die günstige "politische Lage" zu erklären. So sind auch die von Ihnen angegebenen Daten aus dem Kontext gerissen. Hier die Beispiele:
In 1920 fand der polinische Überfall in Weissrusland (Besetzung von Minsk), Ukraine (bis nach Kiew) und Litauen (Wilno) - alles damals noch durch die Revolution und den 1.Weltkrieg extrem geschwächte Russland. Nach 1920 - KZ's in Polen und tausende tote Rotarmisten. Polen redet heute lieber nur von Katyn, ist für mich kein Wunder.
Vor 1939 gab es 1934 und Nichtangriffspakt zwischen Polen und Hitler-Deutschland. Auch mit einem "Geheimprotokoll".
In 1938 gab es Beteiligung and der Zerschlagung von Tschechoslovakei und Besetzung des Olsa-Gebiets.
Man kann auch weiter gehen. Fürs Moderne kann man sich fragen, was die polnischen Soldaten nun in Irak verteidigen (oder Afghanistan?)
An 20.07.2009 14:43:30
An Willie_Esco: Jan45
Sie leben wohl immer noch in der Vergangenheit.
Klingt sehr vereinfacht
Wer über Zukunft entscheiden will muss die Vergangenheit kennen, um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen.
Und für die hier markierte Überheblichkeit und Besserwisserei gegenüber der zwei erwähnten Nationen (PL, und CZ) und vor allem gegenüber den Polen, gibt es wirklich keine Berechtigung. Errinnert an die vergessene Vergangenheit.
Vergangenheit wissen und verstehen, ist ein Ausdruck der Allgemeinbildung und nicht der Ewiggestrigkeit.
Die US Truppen sind weiterhin in Deutschland stationiert, wohlgesagt mit atomaren Vernichtungswaffen, daher ist das Thema immer noch aktuell. Bedrohung durch Russland auch.
Sie leben wohl immer noch in der Vergangenheit.
Willi_Esco schreibt:
Meine Wortwahl war bewusst provokant gewählt, weil die Polen des öfteren genauso übertreiben.
Da wird teilweise offen über einen möglichen Angriff Russlands auf Polen geredet. Für mich ist das lachhaft, sorry. Deshalb eben meine provokante Frage.
Den Verstand haben diese beiden Länder eben nicht bewiesen.
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Bei den 130 Mio Tote im 20.Jahrhundert durch die durch Deutschland und Russland verursachten Kriege und Diktaturen, ist diese Aussage in Dreistigkeit kaum zu überbieten. Daraus sich sicherlich kein Anspruch andere zu belehren. Die Gefahr/ die Erkenntnis die Geschichte in Deutschland und Russland immer noch nicht verstanden zu haben, ist immer noch hoch, und gleichzeitig gefährlich.
Hat der Willy_Esco bzw. die Vorfahren etwa im August 1939 daran gedacht, dass es bals einen Weltkrieg mit 60 Mio Tote geben wird? Wenn man damals, und in mehreren ähnlichen Fällen versagt hatte, was hat man heute den Polen und Tschechen anzubieten? Nur fehlende bzw. schlecht Referenzen.
Wann haben die Polen denn übertrieben? Etwa am 1.Sept.1939 oder am 04.Juni.1989, oder im August 1920 ? Diese Nationen haben nicht mal ein Promill des Verbrechens und des Schadens angerichtet haben, wie die zwei schlausten Nationen Europas Deutschland und Russland es getan hatten.
Den Schutz den Supermacht Amerika seit Jahrzehnten selbst im Anspruch genommen zu haben (Deutschland) und diesen den anderen Nationen zu verweigern ist alle Letzte. Gleichzeitig diese Nationen auf Gefahren auszusetzen, durch das wohlwollendes Verhalten gegenüber einem undemokratischen und gefährlichen Russland, und Erpressungsprojekte wie die Ostseepipeline voranzutreiben kann nur an die Dreißiger Jahre erinnern.
Woher wissen die Bürger Westeuropas was die Bürger in diesen Ländern PL und CZ für richtig halten ? Warum entscheidet in Deutschland die Regierung und nicht die Bürger?
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