Kanzlerin Angela Merkel ist in der CDU unangefochten. Trotz der Wahlerfolge braucht sie ihre Ministerpräsidenten mehr denn je - und deren Interessen sind widersprüchlich.
Im Saarland regiert bald Jamaika, in Thüringen kommt wohl Schwarz-Rot, und in Berlin verbinden sich gerade die Schwarzen mit den Gelben - die Christdemokratische Partei Deutschlands badet im Glück. Alles Mögliche ist parteipolitisch möglich geworden - und der Regierungschef kommt jedes Mal von der CDU.
Ist auf die Unions-Länderchefs angewiesen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (© Foto: Getty)
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Eine solche Machtverlagerung zugunsten der Partei von Angela Merkel hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben. Deshalb kann es niemanden verwundern, wenn sie so zufrieden ist wie noch nie, seitdem sie die CDU führt. Stellt sich die Frage: Was kann ihr noch passieren?
Auch der CDU brechen die Milieus weg
Die Antwort lautet: sehr viel. Denn der nominelle Machtzuwachs der CDU, verbunden mit den neuen Machtkombinationen, stabilisiert zwar psychologisch. Aber in der Sache wird es immer schwieriger werden, die bunte Mischung an CDU-Ministerpräsidenten zusammenzuhalten.
Es sind schon ganze Weltreiche aus Überdehnung zusammengebrochen. Der Welt der Angela Merkel droht eine ähnliche Belastungsprobe. Schon bislang sind die Interessen zwischen denen im Süden und im Norden, im Westen und im Osten massiv auseinandergelaufen. Was ihre Strategie der weichen Botschaften im Osten an neuen Stimmen einbrachte, führte im Süden zu massiven Verlusten.
Dass es jetzt für eine Koalition mit der FDP reicht, verdeckt, dass die CDU ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949 erzielt hat. Wer die Zahl der Ministerpräsidenten also in Relation setzt zu den 33,8 Prozent bei der Bundestagswahl, der sieht, wie brüchig das Eis ist, auf dem Merkel ihre Macht aufbaut. Auch der CDU brechen die Milieus weg.
Zu den Interessenunterschieden zwischen den Bundesländern kommen Ministerpräsidenten, die eigene Interessen haben. Und dabei gibt es mindestens zwei Typen, die Merkel auf sehr unterschiedliche Weise das Leben schwermachen. Die einen sind parteipolitisch ungeschickt, aber politisch ehrlich.
Die anderen sind politisch clever - und arbeiten vor allem auf eigene Rechnung. Zum Typus eins gehört Günther Oettinger, der als Einziger vor der Wahl warnte, keine falschen Versprechen zu machen - eine ehrliche Haut, die dafür von der Partei gescholten wurde. Zum Typus zwei gehört Christian Wulff, der vor der Wahl geschmeidig schwieg und jetzt die FDP frontal angreift - was die FDP eher bestärkt, in den Verhandlungen hart zu bleiben.
Noch mehr tut Merkel weh, dass beide den Blick auf ihr größtes Problem lenken: den gewaltigen Unterschied zwischen ihren Versprechen vor der Wahl und den finanziellen Realitäten danach. 2005 konnte sie sich hinter den Schulden von Rot-Grün verstecken.
2009 kann sie nicht mehr behaupten, die dramatische Lage der öffentlichen Haushalte nicht gekannt zu haben. Und dazu braucht sie für alles, was sie in den nächsten Jahren umsetzen möchte, im Bundesrat die sechs Ministerpräsidenten mit einer schwarz-gelben Regierung. Das verringert ihre Abhängigkeit von den Wulffs und Oettingers nicht. Es erhöht sie.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 20. Oktober 2009/odg)
Wann kommt das Misstrauensvotum gegen Merkel im neuen Bundestag? Recht bald !!
wenn die kleine Koalition ausiendanderbricht und dann wieder mit der SPD? Geht auch Grüne?
Wir werden nicht satt, wenn wir Schuldige finden. Wir finden Lösungen, wenn wir die Fehler erkennen.
Wir werden nicht glücklich, wenn wir blind vertrauen, wo wir selber Hand anlegen müssen, um sicher zu bleiben, auf dem richtigen Weg zu sein.
Schlechte Zeiten fordern Wachheit, Ehrlichkeit, Engagement und Bündnisse. Damit können wir jederzeit anfangen oder weiter vergeblich auf Politiker warten, die der Verantwortung ihres Mandats wirklich gerecht werden wollen und sich nicht hinter bequemen Mehrheiten verstecken.
So schön sie aussehen, so schnell sind sie auch geplatzt, die schillernden Träume der "marktorientierten Realisten", wo die FDP nun mit einer schon erstaunlichen Verbissenheit um Extrawürste für ihr Klientel kämpft, die schon längst vertilgt worden sind.
Die FDP will wohl als Partei in die Geschichte eingehen, die sich beim Kahlschlag der Ressourcen für heranwachsende Generationen eine unerreichbare Führungsposition "erkämpft" hat.
Respekt oder Vorteile - die Entscheidung ist klar ausgefallen.
Ich stelle mir gerade vor wie das aussieht wenn Frau Bundeskanzlerin tanzt - oder doch lieber nicht. Ein bißchen Kultur brauchen wie ja noch in diesem Lande. Ich hoffe sie fährt die nicht auch noch vor die Wand.
Paging