Demonstration AfD mobilisiert 8000 Menschen in Erfurt gegen Asylpolitik

  • Die rechtskonservative AfD hat in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt erneut Tausende Menschen für eine Demonstration gegen die aktuelle Asylpolitik mobilisiert.
  • Die Polizei sprach von 8000 Teilnehmern - so vielen wie noch nie zuvor.
  • Die Stimmung auf der Demo war aggressiv; vereinzelt flogen Böller und Steine. Die Menge rief immer wieder "Volksverräter" und "Lumpenpack".

So viele Teilnehmer wie nie zuvor

In Erfurt haben am Mittwochabend erneut mehrere Tausend Menschen gegen die Asylpolitik der Bundes- und Landesregierung demonstriert. Die Polizei sprach von 8000 Teilnehmern - so vielen wie noch nie zuvor. Vor einer Woche waren etwa 5000 Teilnehmer gezählt worden. Die Demonstranten waren einem Aufruf der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland gefolgt.

Aufseiten der Gegendemonstranten versammelten sich vor dem Landtag der Polizei zufolge etwa 800 Menschen und damit etwa 300 mehr als in der Vorwoche.

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Die rechtskonservative AfD ruft seit einem Monat immer für Mittwoch zu Demonstrationen gegen die Asylpolitik der Bundes- und Landesregierung auf. Die AfD-Landesvorsitzenden von Thüringen und Brandenburg, Björn Höcke und Alexander Gauland, forderten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Rücktritt auf.

Göring-Eckardt: "Müssen Haltung zeigen"

Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, hielt der AfD am Rande der Gegendemonstration vor, sich auf Kosten der Flüchtlinge profilieren zu wollen. "Wir müssen nun Haltung zeigen." Das Recht auf Asyl sei in der Verfassung verankert, betonte sie. Deshalb seien die klaren Worte der Bundeskanzlerin wichtig gewesen.

Die Stimmung war aggressiv; vereinzelt flogen Böller und Steine. Die Menge rief immer wieder "Volksverräter" und "Lumpenpack". Polizisten verhinderten ein Aufeinandertreffen beider Gruppen. Die AfD hatte ihre Kundgebung vor der Thüringenhalle begonnen, die in den kommenden Tagen als Unterkunft für Flüchtlinge dienen soll.

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AfD-Landesvorsitzender: Meinungsfreiheit "existenziell gefährdet"

Der AfD-Landesvorsitzende Höcke sagte in seiner Rede, die Meinungsfreiheit in Deutschland sei "existenziell gefährdet". Demonstrationen seien das erste Mittel, um sie zurückzuerobern. Er warf den Thüringer Landtagsabgeordneten, die sich in der Vorwoche den Gegendemonstranten angeschlossen hatten, vor, sie seien "Demokratie-Verhinderer" und ließen sich instrumentalisieren.

Brandenburgs AfD-Chef Gauland forderte Kanzlerin Merkel auf, sie solle sich ein anderes Volk suchen. Den umstrittenen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán schlug er für den Karlspreis vor. Die Auszeichnung wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. In der kommenden Woche will die AfD ihre Demonstration in Erfurt aussetzen und stattdessen in Magdeburg demonstrieren.