AfD AfD erwägt, sich in Talkshows von ARD und ZDF einzuklagen

Stellvertretender AfD-Sprecher Alexander Gauland in der ARD-Sendung "Anne Will". Wenn es nach der Partei geht, sollten mehr AfD-Mitglieder in solche Sendungen eingeladen werden.

(Foto: NDR/Wolfgang Borrs)

Die Partei findet sich in den Polit-Runden der Sender zu wenig vertreten. Gleichzeitig macht sie Wahlkampf dafür, den gebührenfinanzierten Rundfunk ganz abzuschaffen.

Die AfD fühlt sich in den Polit-Talkshows von ARD und ZDF unterrepräsentiert und erwägt deshalb eine Klage gegen die Fernsehsender. "Es ist schwer, mit Themen durchzudringen, wenn sie vor allem von den öffentlich-rechtlichen Medien nicht transportiert werden", sagte der Parteivorsitzende Jörg Meuthen dem Focus. "Wir überlegen gerade, ob wir uns in die Talkshows einklagen. Rechtlich ist das möglich."

Nach einer parteieigenen Auswertung seien unter den insgesamt 162 eingeladenen Politikern der vier großen Talkshows von Frank Plasberg, Maybritt Illner, Sandra Maischberger und Anne Will im ersten Halbjahr 2017 nur vier AfD-Vertreter gewesen, sagte Meuthen dem Magazin. Das seien gerade einmal 2,5 Prozent.

Meuthens Kritik stößt bei den Sendern auf Unverständnis. "Die Talkredaktionen entscheiden selbst, welche Gäste sie zu welchen Themen einladen. Es gibt keine Quotierung bei der Auswahl", sagte ARD-Chefredakteur Rainald Becker dem Focus. Auch WDR-Sprecherin Kristina Bausch betonte, es gehe rein um "journalistische Kriterien".

Die AfD fordert im Wahlkampf eine radikale Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und möchte unter anderem den Rundfunkbeitrag abschaffen. Das bestehende Angebot soll zu einem "schlanken Bürgerrundfunk" zusammengeschrumpft werden, für den nur bezahlen soll, wer dessen Angebot auch wirklich nutzen möchte. Vertreter der AfD klagen derzeit über sinkende Umfragewerte und beschweren sich, es werde zu wenig über das Thema Flüchtlinge gesprochen. In der Partei geht die Angst um, an der Fünfprozenthürde zu scheitern.

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