Auf der Autobahn 9 (Berlin-München) bei Weißenfels in Sachsen-Anhalt kam am Donnerstagabend bei einer Massenkarambolage ein Mann ums Leben. 51 Fahrzeuge waren in die Unfallserie auf eisglatter Fahrbahn und bei Nebel verwickelt. Zehn Menschen wurden verletzt. Auf der wichtigen und stark befahrenen Nord-Süd-Route bildete sich ein zehn Kilometer langer Stau in Richtung München.
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Massenkarambolagen und gesperrte Flughäfen
Auf der wichtigsten Ost-West-Trasse, der Autobahn 2, kam der Verkehr nahezu zum Erliegen. Zwischen Hannover und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt staute sich der Verkehr am Abend in beiden Richtungen auf 100 Kilometer Länge. "Seit Stunden geht hier fast gar nichts mehr. Nur Schritttempo ist möglich", sagte Holger Heuer von der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen. Zudem kamen die Streufahrzeuge kaum durch. "Wir raten, gar nicht erst loszufahren", betonte Heuer.
Auch der Flugverkehr in Europa ist weiterhin stark beeinträchtigt. Auf dem Flughafen Düsseldorf sind Starts und Landungen erst wieder seit Mittag möglich, zuvor war der Flugbetrieb komplett ausgesetzt worden. 65 Flüge wurden gestrichen. Da stetig neuer Schnee fällt, konnten die Räumdienste die Start- und Landebahnen, die Rollwege und das Vorfeld nicht freihalten. Im Laufe des Tages kann es zu weiteren Behinderungen kommen.
Auf dem Pariser Großflughafen Roissy-Charles de Gaulle haben die Behörden ein Terminal evakuiert, weil sie aufgrund großer Schneemassen den Einsturz des Daches befürchteten. Rund 2000 Menschen seien aus dem Terminal 2E in Sicherheit gebracht worden, teilte die Flughafenverwaltung am Freitag mit. Es sei eine Sicherheitsvorkehrung, da sich auf dem Dach etwa 60 Zentimeter hoch der Schnee gesammelt habe. Die Feuerwehr wurde eingesetzt, um das Dach zu räumen. Im Mai 2004 war ein Teil des Terminals 2E kurz nach seiner Einweihung auf 30 Metern Länge eingestürzt. Vier Menschen waren dabei getötet worden. Ursache des Unglücks waren Konstruktionsmängel gewesen. In Roissy harren derzeit Tausende Menschen aus, weil ihre Flüge wegen des Wetterchaos gestrichen wurden oder verspätet sind.
In Deutschland bleibt es an den Feiertagen weiter winterlich. Nach kurzzeitigem Temperaturanstieg mit gefährlichem Glatteis fällt das Quecksilber zum Weihnachtsfest wieder deutlich unter die Null-Grad-Marke. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach rechnet erneut mit teils ergiebigem Schneefall und Glätte. Von der Ostsee bis ins Rheinland können vereinzelt erneut über 20 Zentimeter Schnee fallen, und ein kräftiger Wind sorgt in Norddeutschland für Schneeverwehungen.
Der heftige Schneefall bremste auch den Weihnachtsmann aus: Vielerorts konnten Briefe und Pakete nicht ausgeliefert werden. "Unsere Leute stellen überall da zu, wo es menschenmöglich ist", sagte ein Sprecher der Deutschen Post am Freitag in Düsseldorf. Orte und Stadtteile, die nicht geräumt oder gestreut sind, könne man jedoch nicht versorgen. "Dann kann es sein, dass der heiß ersehnte Weihnachtsgruß erst nach dem Fest ankommt." Die Entscheidung liege bei den Boten vor Ort.
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(dpa/AP/mob)
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