Vergewaltigungsprozess in Indien Verteidiger bezichtigt Polizei der Folter

"Alle Beschuldigten wurden von der Polizei heftig geschlagen": Der Anwalt dreier mutmaßlicher Vergewaltiger behauptet, die Geständnisse seiner Mandanten seien erpresst worden. Wann der geplante Mordprozess beginnt, ist weiterhin offen.

Der Anwalt von drei der mutmaßlichen Vergewaltiger einer jungen Inderin wirft der Polizei vor, seine Mandanten gefoltert zu haben, um Geständnisse zu erzwingen. "Alle Beschuldigten wurden von der Polizei heftig geschlagen", sagte der Verteidiger M. L. Sharma. "Meine Mandanten wurden gezwungen, sich zu Verbrechen zu bekennen, die sie nicht begangen haben.". Ein Sprecher der Polizei wollte die Anschuldigung nicht kommentieren.

Sharma äußerte sich vor dem Gerichtsgebäude in Indiens Hauptstadt Delhi, in dem die Angeklagten am Donnerstag zu einer zweiten Anhörung erschienen sind. Dabei wurden offiziell Verteidiger für die Beschuldigten bestellt.

Die Anwälte Sharma und V. K. Anand sagten nach der Anhörung, sie würden jeweils einen Verdächtigen vertreten. Der Anwalt A. P. Singh sagte, er habe das Mandat für zwei Beschuldigte übernommen. Der fünfte Beschuldigte habe sich noch nicht für einen Verteidiger entschieden. Eine richterliche Bestätigung gab es nicht. Richterin Namrita Aggarwal, die die Öffentlichkeit erneut von einer Anhörung ausgeschlossen hatte, verweigerte jede Auskunft.

Sobald jedem Angeklagten ein offizieller Verteidiger zugewiesen ist, wird der Fall voraussichtlich an ein Schnellgericht übergeben, das den Mordprozess führen soll. Wann er beginnt, ist noch offen.

Insgesamt fünf Männer zwischen 19 und 35 Jahren sind angeklagt. Ein sechster minderjähriger Verdächtiger soll vor ein Jugendgericht gestellt werden. Den Männern wird vorgeworfen, Mitte Dezember in Delhi eine Studentin vergewaltigt und schwer misshandelt zu haben. Die Frau starb Ende Dezember an den Folgen des Angriffs.