Urteil in Bremen 15 Jahre Haft für Mord an Lehrerin

Aus verschmähter Liebe hat Gero S. seine Lehrerin mit mehr als 20 Messerstichen getötet. Nun muss der 21-Jährige für 15 Jahre ins Gefängnis und danach in die Psychiatrie. Er hatte den Mord akribisch geplant - und sein Opfer vor Gericht verhöhnt.

Den Mord an seiner früheren Lehrerin soll ein 21- Jähriger in Bremen mit 15 Jahren Haft büßen. Außerdem ordnete das Landgericht die Unterbringung in einer Psychiatrie an. Der Täter leide an einer "schizotypen Persönlichkeitsstörung", sagte der Vorsitzende Richter. Der 21-jährige Gero S. hatte die 35-Jährige im vergangenen Dezember mit mehr als 20 Messerstichen getötet.

Keine Reue: der 21-jährige Gero S. im Gerichtssaal. Für den Mord an seiner Lehrerin muss er nun für 15 Jahre hinter Gitter.

(Foto: dpa)

Der junge Mann hatte sich in die Frau verliebt und ihr monatelang nachspioniert. Am Tattag wartete er vor ihrer Wohnung und erstach sie auf der Straße.

"Unser aufrichtiges Mitgefühl, der gesamten Kammer, des gesamten Gerichts, gilt Ihnen", sagte der Richter zu den Eltern des Opfers.

Die Biologie- und Chemielehrerin Heike B. unterrichtete seit 2006 an dem Gymnasium in Osterholz-Scharmbeck. Der Schüler Gero S. ließ ihr eine Nachricht zukommen, dass er sich eine Beziehung mit ihr wünsche. Sie fühlte sich seit Herbst 2007 von ihm belästigt, wie sie in einem Tagebuch festhielt. Sie informierte die Schulleitung und verlangte, dass er aus ihrer Klasse herausgenommen würde. Doch der Schulleiter ordnete an, dass sie dem Schüler Einzelunterricht erteilen sollte.

Akribisch geplante Tat

Gero S. musste im Frühjahr 2009 die Schule verlassen, weil er wegen schlechter Leistungen nicht zum Abitur zugelassen wurde. Danach begann er, die Lehrerin zu beobachten. Bereits im Jahr 2008 hatte sie sich an die Polizei gewandt, weil sie den Exschüler für suizidgefährdet hielt. Danach war der junge Mann in psychiatrischer Behandlung.

Der 21-Jährige hatte die Tat nach eigenen Angaben detailliert geplant. Mit zwei Messern bewaffnet lauerte er am 18 Dezember 2009 seiner ehemaligen Lehrerin vor ihrer Wohnung auf und verlangte, sie solle ihn mit in ihre Wohnung nehmen. Dort wollte er sie mit 6.500 Fragen konfrontieren und ihre Wohnung zerstören.

"Was ich nicht haben kann, soll sie auch nicht haben", sagte er in einer Vernehmung. Er brachte Salzsäure mit und eine Schere, um ihr die Haare abschneiden zu können, die für "Luxus und Narzissmus" gestanden hätten. Die Lehrerin rief auf der Straße um Hilfe. Als ein Passant herbeieilte, stach der Täter mit einem mitgebrachten Kampfmesser 21 Mal auf die Frau ein. Danach rief er über sein Handy die Polizei.

"Fühle mich innerlich befreit"

Staatsanwalt Uwe Picard sagte, Gero S. habe sich wie ein Stalker verhalten, ihm hätte sofort Einhalt geboten werden müssen. Das Vorgehen der Schulleitung sei "unprofessionell" und "stümperhaft" gewesen.

Mit seinem "letzten Wort " vor Gericht hatte der Täter für einen Eklat gesorgt: Anstatt Reue zu zeigen, bekundete er Stolz auf seine Tat: "Was Heike säte, erntete sie. Für mich ist es eine persönliche Genugtuung, dass ich dem Schrecken ein Ende gemacht habe. Ich fühle mich innerlich befreit," sagte der Täter mit erhobener Stimme. Die Mutter der Ermordeten hielt sich zeitweilig die Ohren zu.

Die Strafkammer folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte die Tat als Mord aus den niedrigen Beweggründen Neid und verschmähte Liebe eingestuft. Die Verteidigung hatte zehn Jahre Haft wegen Totschlags beantragt und sich ebenfalls für die Psychiatrie-Unterbringung ausgesprochen.