Südafrika Polizei erschießt mindestens 30 streikende Minenarbeiter

In Südafrika haben Polizisten auf Bergbauarbeiter geschossen und mindestens 30 von ihnen getötet. Der Arbeitskampf in einer Platinmine soll wegen eines Streits zwischen zwei Gewerkschaften eskaliert sein. Die Polizisten rechtfertigen ihren Einsatz als "legitime Selbstverteidigung".

Bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und streikenden Arbeitern einer südafrikanischen Platinmine sind mehr als 30 Menschen getötet worden. Zudem seien zahlreiche Menschen verletzt worden, sagte Polizeiminister Nathi Mthethwa am Freitag im Radio. Ein Sprecher hatte zuvor gesagt, die Polizei habe in legitimer Selbstverteidigung gehandelt, als sie das Feuer auf eine Gruppe von Arbeitern eröffnete, die sie mit Schusswaffen und anderen Waffen angriffen.

Zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen kam es am Donnerstag in Rustenburg, als ein Arbeitskampf von Bergarbeitern eskalierte. Fernsehbilder von dem Massaker zeigen Polizisten, die auf Zivilisten schießen, vor ihnen auf dem Boden liegen blutüberströmte und regungslose Menschen. Die Szene erinnert an die brutale Niederschlagung der Anti-Apartheids-Proteste in den sechziger bis achtziger Jahren.

In dem Platin-Bergwerk Marinaka etwa 100 Kilometer nördlich von Johannesburg hatten sich etwa 3000 mit Macheten und Stöcken bewaffnete Arbeiter versammelt, als Polizeibeamte dort Barrikaden aufbauten. Die Polizei hatte zuvor erklärt, die Verhandlungen in dem seit sechs Tagen anhaltenden Streik seien gescheitert.

Beobachtern zufolge eskalierte der Streik wegen einer Auseinandersetzung zwischen einer etablierten und einer neu gegründeten Bergbau-Gewerkschaft. Laut der Nachrichtenagentur AP hatte der Minenbetreiber Lonmin am Donnerstag seinen Arbeitern gedroht, alle zu entlassen, die am Freitag nicht zur Arbeit erscheinen würden. Der Streik begann demzufolge am 10. August, als 3000 Arbeiter die Arbeit niederlegten. Wie AP weiter berichtet, starben am Sonntag und am Montag bereits mindestens neun Menschen, darunter Wachmänner und Polizisten.

Die Unruhen haben Lonmin gezwungen, die Produktion im ganzen Land einzustellen. Dies entspricht zwölf Prozent der weltweiten Produktion des Edelmetalls. Das in London gelistete Unternehmen teilte mit, es werde seine Produktionsziele für das Gesamtjahr verfehlen. In Südafrika befinden sich etwa 80 Prozent der weltweiten Platinvorkommen.