Sturm im Mittelmeer Riesenwelle trifft Kreuzfahrtschiff

"Dann herrschte nur noch Chaos": Acht-Meter-Wellen haben ein Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer schwer beschädigt. Zwei Passagiere starben - darunter ein 69-Jähriger aus NRW.

Riesige Wellen haben vor der Küste Spaniens das zyprische Kreuzfahrtschiff Louis Majesty getroffen. Dabei kamen ein Deutscher und ein Italiener ums Leben. Bei dem deutschen Opfer handelt es sich um einen 69 Jahre alten Mann aus Nordrhein-Westfalen, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

14 weitere Menschen wurden verletzt, teilte die griechische Küstenwache mit. Alle Opfer seien Touristen gewesen. Vor dem Unglück hatte es für das westliche Mittelmeer eine Sturmwarnung gegeben.

Das italienische Außenministerium hatte zuvor den Tod eines Italieners bestätigt. Berichten der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge, handelt es sich dabei um einen 52-jährigen Mann aus Genua, der mit Frau und Kind unterwegs war.

Mehrere rund acht Meter hohe Wellen waren gegen das Schiff geschlagen und hatten die Scheiben eines Salons in der fünften Etage zertrümmert, berichtete die Küstenwache. Die spanischen Behörden hätten für die Unglücksnacht eine Sturmwarnung herausgegeben und Wellen von fünf bis sechs Metern Höhe vorausgesagt, berichtete der katalanische Fernsehsender TV3. Normalerweise machten solche Wellen einem so großen Schiff auf dem Meer aber nichts aus.

"Das Wasser hat alle überflutet"

Augenzeugen schilderten chaotische Szenen an Bord: "Ich habe Schreie gehört und dann das Wasser aus einem der Säle im fünften Stock stürzen sehen", zitierten italienische Medien am Abend Ervino Curtis, einen 63-jährigen Passagier aus Triest. "In dem Moment, als ich den Salon betreten habe, ist ein Fenster zerbrochen und das Wasser hat alle überflutet. Dann herrschte nur noch Chaos."

Das beschädigte Schiff konnte mit den Kräften der eigenen Besatzung am Abend in Barcelona einlaufen. Es gehört der zyprischen Reederei Louis Cruises und fuhr unter maltesischer Flagge.

Die spanischen Behörden leiteten Ermittlungen ein, hieß es in einer schriftlichen Erklärung der Küstenwache der griechischen Hafenstadt Piräus. An Bord der Louis Majesty waren 1350 Touristen und 580 Besatzungsmitglieder. Der Kapitän sei Grieche und habe die Zentrale der Küstenwache in Piräus über die Ereignisse informiert.

Das Schiff befand sich auf einer Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer und war auf dem Weg von Barcelona nach Genua in Italien.

Im Video: Zwei Menschen waren ums Leben gekommen, als etwa acht Meter hohen Wellen das Schiff im Mittelmeer getroffen hatten. Mehrere Menschen wurden verletzt.

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