Abscheulichkeiten wie der Dioxin-Skandal werden durch das System der industriellen Landwirtschaft begünstigt, in das die EU jährlich 60 Milliarden Euro pumpt. Doch auch Verbraucher schüren die Sucht nach stets steigenden Erträgen.
Die Krankheit hat sich ganz allmählich eingeschlichen, seit Jahren schon schwächt sie den Patienten. Ihre Symptome sind widerlich: Pestizide und Hormone im Essen, Gammelfleisch, Ekelkäse, Geflügelpest. Und auch der jüngste Fall von Dioxin in Eiern und Fleisch ist ein deutliches Zeichen, dass sich die Erkrankung weiter ausbreitet.
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Abscheulichkeiten wie der Dioxin-Skandal werden von der industriellen Landwirtschaft begünstigt . Dennoch pumpt die EU jährlich 60 Milliarden Euro in dieses kranke System. (© dapd)
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Die Krankheit heißt "industrielle Landwirtschaft", und seitdem sie die Lebensmittelproduktion befallen hat, wütet sie schrecklich: Fast die Hälfte der deutschen Bauernhöfe wurde seit den 1980er-Jahren dahingerafft. Sie mussten aufgeben, weil sie dem Druck nicht standhalten konnten, immer mehr Nahrungsmittel zu immer niedrigeren Preisen zu erzeugen. Die verbliebenen Bauern auf ihren Höfe haben sich nicht selten dem Druck gebeugt und sich auf eine intensivere, überwiegend am Ertrag orientierte Landwirtschaft eingelassen.
Die Förderungspolitik der EU führt in eine Sackgasse
Höfe werden zu Agrarfabriken umgerüstet, Hochleistungskühe werden zu Hunderten in ihre Ställe gedrängt, Hähnchen wachsen unter teils qualvollen Bedingungen binnen 31 Tagen zur Schlachtreife heran. Um die Milchflüsse und Fleischströme vor dem Versiegen zu bewahren, reicht das Futter vom eigenen Hof längst nicht mehr aus, zu teuer ist es obendrein. So hat die Sucht nach stets steigenden Erträgen die Landwirtschaft abhängig gemacht von billigen Futtermitteln, die zugekauft werden müssen.
Dass ein solches krankes System Abscheulichkeiten wie den Dioxin-Skandal begünstigt, ist wenig verwunderlich. Seltsam ist vielmehr, dass Europas Agrarpolitiker die intensive Landwirtschaft allen Skandalen zum Trotz - Gammelkäse aus italienischen Molkereien, Dioxin- Fleisch aus Irland, Antibiotika in holländischem Kalbfleisch - zu immer neuen Höchstleistungen streben lassen.
Denn Zukunft hat diese Landwirtschaft nicht, wie ein Krebsgeschwür vernichtet sie allmählich ihre eigene Lebensgrundlage: Die industrielle Landwirtschaft verseucht das Grundwasser mit Nitraten, zerstört fruchtbare Böden, beschleunigt das Artensterben und trägt massiv zum Klimawandel bei. Wird dagegen nichts unternommen, werden eines Tages die Schäden an der Umwelt irreparabel sein, und der Boden wird nicht mehr genug Nahrung hervorbringen, um künftige Generationen zu ernähren.
Dennoch pumpt die Europäische Union jährlich 60 Milliarden Euro in dieses System - das ist fast die Hälfte des gesamten EU-Budgets. Zwar müssten ohne die gemeinsame europäische Förderpolitik noch viel mehr Betriebe aufgeben, denn mit den niedrigen Weltmarktpreisen können deutsche Bauern nicht konkurrieren. Doch weil sich die EU mit ihrer Förderpolitik bisher an Hektarzahlen und am Ertrag orientiert und den Großteil ihrer Subventionen damit an Großbetriebe verteilt, begünstigt sie die Massenproduktion und führt damit in eine Sackgasse.
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FKK-Slackliner Alexander Schulz
In WAHRHEIT wird uns noch viel mehr verschwiegen, als uns in den Medien mitgeteilt werden darf!!! Hinter diesem System steckt doch pure Absicht - auf Kosten von den armen Tieren und uns Untertanen!!!
Solange die Politik uns Verbrauchern nicht den notwendigen Respekt entgegenbringt und aus den Verbraucherministerien, die z. Zt. nur ein Anhängsel bei irgendeinem Ministerium angesiedelt sind, ein eigenständiges Verbraucher-Ministerium zu machen, werden wir immer wieder die Skandale haben!
Es verträgt sich einfach nicht, dass eine Bundeslandwirtschaftsministerin zugleich eine Verbraucherministerin ist. Auf der einen Seite steht die Lobby der Bauern (Erzeuger) und auf der anderen Seite soll sie für die Verbraucher schützend eingreifen. Und in den Ländern ist es noch schlimmer, z. B. in Bayern sind drei Ministerien mit dem Verbraucherschutz beauftragt (was das immer auch heißen mag).
Wenn wir auf die Sendung in der ARD „Essen ist Leben“ im Oktober zurück blicken, dann kann man nur feststellen, dass alle Appelle verpufft sind. Es gibt weiter einen „Klebeschinken“ und einen „Analogkäse“! Die Frau Bundeslandwirtschaftsministerin wartet auf die EU und die EU wartet auf Vorschläge, die aber ja nicht die Lobby der Erzeuger treffen darf. und wir Verbraucher haben keine Lobby!
Ein äußerst wichtiger Beitrag! Die Konsequenz des sogenannten "Strukturwandel", nämlich die rasche Vernichtung der Lebensgrundlagen weltweit, werden bisher erfolgreich durch die Groß-Industrie und die von ihr gegängelten Politik unter der Decke versteckt und ignoriert. Wissenschaftler und Medien, die diese Gefahren seit Jahren thematisieren, blieben bisher leider unbeachtet. Das ändert sich hoffentlich schnell - die Bürger sollten langsam aufwachen und sich wehren.
ein selten guter Artikel zu diesem Thema, statt alles nur auf einen kriminellen Futtermittelhersteller zu schieben. Es gibt keine wirklich billigen Lebensmittel. Billigprodukte sind nur durch Niedriglöhne und Ausbeutung von Mensch und Natur profitabel. Einen Ausweg aus dem System gibt es nur, wenn auch die Verbraucher, die es sich primär nicht leisten können, die Billigschiene verlassen.
weil die Kosten externalisiert werden. ´Konventionelle´ Landwirtschaft, die sogenannte industrielle Landwirtschaft mit Großmaschinen und synthetischen Düngemitteln und ´Pflanzenschutzmitteln´ (wer ist eigentlich verantwortlich für die Einbürgerung dieser Euphemismen) und Pestiziden und Fungiziden, allesamt aus Erdöl hergestellt von einer übermächtigen Chemie-Industrie, zerstört die Humusschicht. Die Böden sind nichts mehr wert, sie sind mikrobiologisch tot. Etwa so wertvoll wie Styropor. Darum muß immer noch mehr Dünger drauf. Chemisch imprägniertes Saatgut tötet massenhaft Bienenvölker. Die synthetische anorganische Chemie ist schlußendlich mit der organischen Welt nicht kompatibel. Leider werden die Kosten durch diese schleichende Zerstörung von niemandem getragen. Sie sind auch zugegbenermaßen sehr schwer zu berechnen. Bei der rein ökologischen Landwirtschaft hingegen weiß man, daß die Rechnung stimmt. So gesehen, sind Bio-Lebensmittel sogar noch günstiger. Mir macht es großen Spaß, sie zu kaufen und ich bin glücklich, daß man als Verbraucher in Deutschland so eine große und wachsende Auswahl hat. Es lebe der Ökobauer!
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