Peta kontra "Seaworld" US-Tierschützer klagen gegen "Versklavung" von Walen

Fünf Orcawale fristen in kleinen Becken der "Seaworld"-Erlebnisparks in Kalifornien und Florida ihr Leben und müssen täglich vor Publikum auftreten. Der Tierschutzverband Peta hält das für Ausbeutung - und will nun klären lassen, ob das in einem US-Verfassungszusatz festgeschriebene Sklavereiverbot auch für Meeressäuger gilt.

Kurioser Justizfall in den USA: Tierschützer haben eine Klage im Namen von fünf Orcawalen eingereicht. Sie wollen von einem Richter im kalifornischen San Diego prüfen lassen, ob das Verbot der Sklaverei auch für Meeressäuger gilt.

Eine Sprecherin des Gerichts bestätigte den Eingang der Klage des amerikanischen Tierschutzverbands Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) sowie mehrerer Meeressäuger-Experten und ehemaliger Trainer von Walen gegen den Erlebnispark "Seaworld".

Umfasst das Volk auch Tiere?

Die Tierschützer klagen nach eigenen Angaben im Namen der Seaworld-Wale Tilikum, Katina, Kasatka, Ulises und Corky gegen die ihrer Meinung nach sklavenartige Haltung der Meeressäuger. Die Tiere müssten in kleinen Becken leben und täglich in den Freizeitparks des Unternehmens in Kalifornien und Florida auftreten. Eine solche Haltung sei nach einem Zusatz in der US-Verfassung zur Abschaffung der Sklaverei verboten, meinen sie.

Das Unternehmen hatte nach Medienberichten versucht, die Klage abzuwenden. "Weder Orcas noch irgendwelche anderen Tiere waren mit der Formulierung 'Wir, das Volk' gemeint, als die Verfassung angenommen wurde", erklärte ein Seaworld-Anwalt dem Gericht. Der Los Angeles Times zufolge teilte der zuständige Richter die Auffassung des Parkbetreibers, wonach der Anti-Sklaverei-Paragraf nur für Menschen gilt.

Die Seaworld-Verteidigung kritisierte die Kläger, gegen jeden gesunden Menschenverstand zu handeln. "Während Peta mit dieser PR-Aktion weitermacht, hat Seaworld vier gerettete und aufgepäppelte Seelöwen wieder in die freie Wildbahn entlassen", teilte der Anwalt mit.