Nach umstrittener Elefantenjagd WWF sagt: Adios Juan Carlos

Er machte Jagd auf Elefanten, jetzt kostet ihn der Ausflug sein Amt beim WWF. Die Umweltschutzorganisation hat Spaniens König Juan Carlos als Ehrenpräsdient abgesetzt. Sie hält das Hobby des Königs für unvereinbar mit ihren Zielen.

Der spanische König Juan Carlos hat wegen seiner umstrittenen Elefantenjagd sein Amt als Ehrenpräsident der spanischen Sektion der Umweltschutzorganisation WWF verloren.

Der WWF hat den spanischen König Juan Carlos als Ehrenpräsidenten abgesetzt.

(Foto: dpa)

94 Prozent der Mitglieder von WWF-Spanien beschlossen am Samstag bei einer außerordentlichen Hauptversammlung in Madrid, das Ehrenamt abzuschaffen. "Die Satzungsänderung bedeutet defacto das Ende der WWF-Ehrenpräsidentschaft des spanischen Königs Juan Carlos", teilte die Organisation auf ihrer Webseite mit.

Der 74 Jahre alte Monarch war im April wegen eines Jagdausflugs im afrikanischen Botsuana in Spanien und im Ausland heftig kritisiert worden. Dass der König Jagd auf Elefanten gemacht hatte, war nur ans Licht gekommen, weil er sich dabei das Becken gebrochen hatte.

Aus Protest traten viele Mitglieder aus der Organisation aus

Daraufhin hielten Medien, Politiker und Bürger ihm vor, dass er in einer Zeit der Krise mit einer Rekordarbeitslosigkeit seiner kostspieligen Leidenschaft nachgegangen sei. Viele WWF-Mitglieder hatten aus Protest ihren Austritt aus der Organisation erklärt.

Der Stiftungsrat des WWF Spanien hatte dem spanischen Staatsoberhaupt daraufhin nahegelegt, sein Amt in der Organisation niederzulegen. Aber Carlos erklärte seinen Rücktritt nicht, woraufhin sich der WWF nach eigenen Angaben entschied, die Satzung zu ändern.

"Die Entscheidung ist absolut konsequent. Auch wenn der Jagdausflug nicht illegal war, ist die Elefantenjagd mit einem repräsentativen Amt nicht vereinbar", sagte Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland.