Massengrab im Oderbruch Verein exhumiert 86 sowjetische Soldaten

Die Identität der Toten in einem Massengrab im Landkreis Märkisch-Oderland ist geklärt. Mit archäologischen Methoden und der Hilfe von Gerichtsmedizinern sind die sterblichen Überreste untersucht worden. Jetzt steht fest: Es sind 86 sowjetische Soldaten. Im Herbst sollen sie endgültig ihre letzte Ruhe finden.

In einem vor zwei Monaten entdeckten Massengrab im Oderbruch lagen 86 Tote aus dem Zweiten Weltkrieg. Erst mit Hilfe aufwendiger Untersuchungen habe jetzt die genaue Zahl der Leichen ermittelt werden können, sagte am Freitag der Vorsitzende des Vereins zur Bergung Gefallener in Osteuropa, Albrecht Laue, der Nachrichtenagentur dpa. Es handle sich ausschließlich um sowjetische Soldaten.

Der Verein hatte die Toten Mitte April bei Klessin (Märkisch-Oderland) mit Hilfe von Freiwilligen aus mehreren Ländern geborgen. Die Grablage war den Angaben zufolge kurz nach Kriegsende schon einmal geöffnet worden. Damals seien etwa 60 der jetzt gefundenen Toten teilweise exhumiert worden, sagte Laue. Mittels archäologischer Techniken und mit Hilfe von Gerichtsmedizinern habe man die Körperteile "sortieren" können. Die Toten sollen im Herbst bestattet werden.

Verein hat 7100 Tote ausgegraben

Das Dorf Klessin im Oderbruch wurde wegen seiner strategischen Lage zur Festung erklärt und war im Frühjahr 1945 von Wehrmacht und Roter Armee hart umkämpft. Seit Jahren ist der Verein mit Sitz in Hamburg regelmäßig in der Region aktiv. Die europaweit tätigen ehrenamtlichen Mitglieder haben nach Angaben des Vereins bisher insgesamt etwa 7100 Tote ausgegraben.

Der Verein hat auch einen Teil der deutschen Soldaten geborgen, die an diesem Samstag in Lietzen (Märkisch-Oderland) bestattet werden. Insgesamt erhalten die sterblichen Überreste von 66 im Oderbruch und der Uckermark geborgenen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg hier ihre letzte Ruhestätte.