Hamburg Til Schweigers Watergate

Til Schweiger und Lebensgefährtin Marlene Shirley bei der Eröffnung des "Barefood Deli" im vergangenen November in Hamburg.

(Foto: Getty Images)

Til Schweiger verkauft für 4,20 Euro "fein gefiltertes Hamburger Trinkwasser". Eine Zeitung findet das übertrieben teuer. Wer reicht hier wem das Wasser?

Von Friederike Zoe Grasshoff

Bio-Wasser, Aroma-Wasser, Vollmond-Wasser, Luxus-Wasser, selbstgefiltertes Wasser - ja, was soll man nur trinken, wenn der Überfluss sich lähmend über einen legt? Wie bei allem, was im weitesten Sinne mit der Ersatzreligion Ernährung zu tun hat, darf man verwirrt sein.

Noch verwirrter, wenn nicht am verwirrtesten, darf man ob des jüngsten Wasser-Streits zwischen Schauspieler Til Schweiger und der Hamburger Morgenpost sein. Die Zeitung hatte im Januar getitelt, dass Schweiger in seinem Hamburger Restaurant das teuerste Leitungswasser der Stadt verkaufe: 4,20 Euro pro Liter.

Der Schauspieler erwirkte eine Gegendarstellung, die Mopo druckte diese nun nicht nur auf Seite eins; sie kommentierte dazu auch gleich, ebenfalls auf Seite eins, dass Schweiger ja "nur 4,20 Euro für einen Liter aus dem Hahn, der eigentlich 0,4 Cent kostet" verlange. Immerhin stehe inzwischen auf seiner Speisekarte der Hinweis "fein gefiltertes Hamburger Trinkwasser", das sei ja mal ein Fortschritt.

Schweiger kritisierte "den kleingeistigen Kommentar" auf seiner Facebook-Seite und nannte die Zeitung ein "Schmierblatt". Was man nun trinken soll? Vielleicht gibt es ja bald irgendwo Ober-Wasser zu kaufen.