Erneute Kritik an US-Sängerin Malawi will Madonna nicht mehr dankbar sein

Das passte Madonna wohl gar nicht: Zuerst musste die 54-jährige US-Sängerin an den Sicherheitskontrollen am Flughafen Schlange stehen, dann wurde sie auch noch regulär durchsucht.

(Foto: dpa)

Sie forderte Sonderbehandlung - und bekam keine: Bei ihrer Ausreise aus Malawi soll Madonna deshalb einen Flughafen-Mitarbeiter "tyrannisiert" haben. Prompt schickte ihr Präsidentin Joyce Banda ein Schreiben hinterher, in dem sie betont, dass ihre Dankbarkeit Grenzen habe.

Von Tobias Zick

Wohltätigkeit bedeutet ja nicht zuletzt: das wohltuende Gefühl, Gutes getan zu haben, ohne Erwartung irgendeiner Gegenleistung, außer vielleicht ein wenig Dankbarkeit. Das ist der Punkt, an dem es dann doch kompliziert werden kann. Über die angemessene Dosis an Dankbarkeit sind jetzt die Popsängerin Madonna und die Regierung von Malawi aneinander geraten.

Madonna, deren Berühmtheit sich nicht nur aus dem Singen von Hits wie "Like a virgin" speist, sondern auch aus dem Wegadoptieren zweier Kinder aus ihrem malawischen Umfeld, war vergangene Woche zu Besuch in dem afrikanischen Land, und jetzt hat ihr dessen Präsidentin Joyce Banda eine öffentliche Erklärung hinterherschicken lassen. Eine der noch eher diplomatisch gehaltenen Passagen darin lautet, Madonna wolle das Land wohl "für immer an die Pflicht zur Dankbarkeit gekettet" wissen.

Die seit längerem schwelenden Spannungen waren bei Madonnas Ausreise eskaliert. Am Flughafen wurde ihr keine Vorzugsbehandlung gewährt, sondern sie musste sich an der Sicherheitskontrolle in die Schlange einreihen und wurde regulär durchsucht.

Madonnas Reaktion darauf inspirierte Präsidentin Banda zu dem Satz, es handle sich bei ihr um "eine Musikerin, die meint, um jeden Preis Anerkennung gewinnen zu müssen, indem sie Staatsbeamte tyrannisiert, statt dadurch, dass sie anständige Musik auf der Bühne spielt."

Im Übrigen habe Madonna nicht, wie behauptet, zehn Schulen in Malawi gebaut, sondern lediglich bestehenden Schulen Klassenzimmer hinzugefügt. Madonna weist die Vorwürfe als "Lügen" zurück. "Es erstaunt uns", erklärt ihr Manager, "dass die Präsidentin ihr Amt für die finanziellen Interessen ihrer Schwester einsetzt." Letztere war vor zwei Jahren als Leiterin eines Schulprojekts von Madonna entlassen worden.

Die Sängerin will sich nicht beirren lassen und ihre Wohltaten fortsetzen: "Ich habe den Kindern von Malawi ein Versprechen gemacht, und ich werde dieses Versprechen halten."