Die Jesuiten Der Orden des Papstes

Papst Franziskus ist Jesuit - ein Orden, der 1539 gegründet wurde. Wofür steht die Gemeinschaft und welchen Werten fühlen sie sich verpflichtet? Die wichtigsten Fakten.

Von Stefan Kornelius

Auf dem Grab des Heiligen Ignatius in der Kirche del Gesù in Rom ist ein großer Lapislazuli zu sehen, gestaltet in der Form der Weltkugel. Für den Gründer der Gesellschaft Jesu ein passendes Symbol. Sein Orden, 1539 formell gegründet und heute die größte Gemeinschaft von Glaubensbrüdern in der katholischen Kirche, hat sich neben der Lehre die Mission zu ihrer wichtigsten Aufgabe gemacht.

In seiner Geschichte expandierte der Orden auf alle Kontinente und spielte auch bei der Christianisierung Lateinamerikas eine zentrale Rolle. Jesuiten, die man an dem nachgestellten Kürzel SJ (Societas Jesu) im Namen erkennt, geloben neben der herkömmlichen Gelübde (Keuschheit, Armut, Gehorsam), unbedingte Treue gegenüber dem Papst. Außerdem verpflichten sie sich der Lehre. Ihr Leben gestaltet sich nach den "Großen Ordensregeln" ihres Gründers Ignatius von Loyola.

Auch Sinnsuchende außerhalb der Gemeinschaft unterwerfen sich heute den "Geistlichen Übungen" des Heiligen Ignatius - Exerzitien, die in einer spirituell entleerten Zeit hohen Zulauf erfahren. Jesuiten kennen keine Ordenskleidung und beten auch kein gemeinsames Chorgebet.

Die Ordensmitgliedern leben in hoher Selbstverantwortung. Weltweit gibt es mehr als 17.000 Jesuiten, die deutsche Provinz hat nur noch 390 Mitglieder in ihren Reihen. Fast drei Millionen Menschen lernen in den Bildungseinrichtungen des Ordens.