Blick durch die Kleidung New Yorker Polizei will Waffenscanner einsetzen

Mit den neuen Körperscannern könnte die Polizei in Zukunft auf die Durchsuchung Verdächtiger verzichten.

(Foto: REUTERS)

Mit einem neuartigen Scanner will die New Yorker Polizei in Zukunft schon von Weitem erkennen, ob ein Verdächtiger bewaffnet ist oder nicht. Der Polizeichef lobt das Gerät als Alternative zu physischen Durchsuchungen. Bürgerrechtler haben ihre Zweifel.

Die New Yorker Polizei setzt große Hoffnungen in ein neues Gerät, das am Körper versteckte Waffen aus der Entfernung aufspüren soll. Dabei werde die sogenannte Terahertz-Strahlung verwendet, erklärte Polizeichef Ray Kelly. Diese elektromagnetischen Wellen können Kleidung, Haut und viele weitere Materialien durchdringen.

"Wenn ein Objekt, zum Beispiel eine Waffe, die Strahlung behindert, wird es von dem Gerät markiert", sagte Kelly. Die Technik könne unauffällig von einem Polizeiauto aus benutzt werden - und damit die umstrittene Praxis ablösen, in Gegenden mit hoher Kriminalitätsrate routinemäßig Männer auf der Straße anzuhalten und zu durchsuchen. Es seien noch mehrere Tests erforderlich, sagte Kelly, doch im vergangenen Jahr seien deutliche Fortschritte erzielt worden.

Bürgerrechtler sehen die neuen Scanner kritisch. Zwar sei es begrüßenswert, eine Alternative zu den menschenunwürdigen Durchsuchungen auf der Straße zu haben - doch es wird befürchtet, dass die Scanner die Privatsphäre verletzen könnten.

"Wenn das NYPD das vorantreibt, braucht die Öffentlichkeit mehr Informationen über die Technik, darüber wie sie funktioniert und welche Gefahren sie mit sich bringt", forderte die New Yorker Bürgerrechtlerin Donna Lieberman laut Huffington Post. Die Polizei hält dagegen, die Scanner würden nur bei Verdachtsfällen eingesetzt und nicht genutzt, um willkürlich Passanten zu durchleuchten.

In Deutschland hatte im Jahr 2010 die von der EU geplante Einführung von "Nacktscannern" auf Flughäfen für Aufregung gesorgt. Die detailreiche Abbildung der Körper von Fluggästen stieß auf große Ablehnung. Die Scanner, die in Deutschland mittlerweile zum Beispiel am Frankfurter Flughafen eingesetzt werden, bilden die Reisenden daher nur noch als Piktogramme ab - alles was zu sehen ist, ist eine Art Strichmännchen. Auch in den USA wurde unlängst beschlossen, Körperscanner an Flughäfen auf diese Art umzurüsten.