Baywatch-Star in Berlin Hasselhoff protestiert für Erhalt der East Side Gallery

Das Bündnis "East Side Gallery retten!" hat prominente Unterstützung aus Amerika erhalten. Der Sänger und Schauspieler David Hasselhoff nahm an einem Protestspaziergang an dem übriggebliebenen Abschnitt der Berliner Mauer teil. Nächste Woche endet der Baustopp für den Mauerdurchbruch.

"Baywatch"-Star David Hasselhoff (60) hat gemeinsam mit Tausenden Demonstranten in Berlin für den Erhalt eines der letzten Überbleibsel der Berliner Mauer demonstriert, der weltbekannten East Side Gallery. "Dieses letzte Stück Mauer sollte wirklich unantastbar sein", sagte Hasselhoff bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Bündnis "East Side Gallery retten!". "Es ist wichtig, dass wir diese Erinnerung bewahren."

Die von internationalen Künstlern bemalte East Side Gallery sei der letzte Platz, an dem die Menschen sich an die Geschehnisse in der DDR erinnern und darüber sprechen könnten, sagte der amerikanische Sänger und Schauspieler.

Anschließend zog er gemeinsam mit Tausenden Menschen zu einem Protest-Spaziergang entlang der Mauer. Nach Angaben von Initiativen-Sprecher Lutz Leichsenring nahmen 7000 bis 10.000 Menschen teil, die Polizei wollte keine Zahlen nennen. Augenzeugen gingen aber von weniger Teilnehmern aus.

Der Andrang auf Hasselhoff sei so groß gewesen, dass er in einem Auto abgeschirmt werden musste, berichtete Leichsenring.

Anlass der erneuten Demonstration: In der kommenden Woche endet der Baustopp für den angekündigten Mauerdurchbruch. Ein Stück des insgesamt 1,3 Kilometer langen Mauer-Abschnitts soll einem Bauvorhaben weichen und versetzt wieder aufgebaut werden. Eine kleine Lücke haben die Bagger bereits gerissen.

Lage ist kompliziert

"Die Mauer lässt sich nur dann komplett erhalten, wenn der ehemalige Todesstreifen unbebaut bleibt", sagte der Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), nach Angaben eines Sprechers. Den Investoren müssten Austauschgrundstücke angeboten werden.

Ein Sprecher des verantwortlichen Unternehmens Living Bauhaus sagte, noch sei nicht klar, ob und wie es nächsten Dienstag weitergehe. Die Gespräche dazu liefen noch. Die Lage ist kompliziert: Ursprünglich sollte die Mauerlücke auch als Zugang zu einer neuen Fußgängerbrücke dienen, für die sich die Bürger in einem Volksentscheid ausgesprochen hatten.

Hasselhoff hatte sich bereits Anfang März in die Debatte um die East Side Gallery, des längsten in Berlin erhaltenen Mauerstücks, eingeschaltet. "Wie kann man die Mauer niederreißen, die für Freiheit, Beharrlichkeit und menschliche Opfer steht?", fragte Hasselhoff am 4. März seine 42.000 Follower auf Twitter. Schon da kündigte der 60-Jährige an, die Petition gegen den Abriss unterzeichnen zu wollen. "Wo kann ich unterschreiben?", hatte er getwittert.

Hasselhoff ist schon seit mehr als zwanzig Jahren in besonderer Weise mit Berlin verbunden. Denn kurz nach dem Fall der Mauer hatte er in der Silvesternacht 1989/90 vor Hunderttausenden Menschen am Brandenburger Tor sein Lied "Looking for Freedom" dargeboten. Der Song, der sich eigentlich um die Wanderschaft eines reichen Sohnes dreht, hatte durch die zeitliche Zufälligkeit seines Erscheinungsdatums plötzlich welthistorische Bedeutung erlangt.

Nach der Veranstaltung am Sonntag in Berlin bedankte sich Hasselhoff denn auch bei allen, die teilgenommen haben.