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Promiblog zu David Hasselhoff:Looking for East Side Gallery

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Prominenter Unterstützer der East Side Gallery: David Hasselhoff. 

(Foto: Süddeutsche.de/dpa)

Er suchte die Freiheit am Brandenburger Tor und kam seitdem von der deutschen Geschichte nicht mehr so richtig los: Jetzt hat sich David Hasselhoff auch zum Streit um die East Side Gallery geäußert.

"Ich suche nach der Freiheit, ich suche schon lange", sang David Hasselhoff in der Silvesternacht 1989 vor hunderttausenden Menschen am Brandenburger Tor. Sieben Wochen war es da her, dass die DDR ihre Grenze in den Westen geöffnet hatte. Hasselhoffs Song "Looking for Freedom", der sich eigentlich um die Wanderschaft eines reichen Sohnes dreht, hatte durch die zeitliche Zufälligkeit seines Erscheinungsdatums plötzlich welthistorische Bedeutung erlangt.

Acht Wochen lang stand "Looking vor Freedom" auf Platz eins der deutschen Charts. Es war der Beginn einer Beziehung, aus der sich weder die Deutschen - seither als das Land unverständlicher Hoff-Begeisterung verschrien -, noch Hasselhoff selbst - der seine Lebensgeschichte eng mit der deutschen Wiedervereinigung verknüpft sieht - je wieder so richtig lösen konnten. So weit ging diese schicksalhafte Verbundenheit, dass Hasselhoff für seinen Comeback-Versuch vor drei Jahren den Musikantenstadel als Rahmen wählte - und Andy Borg als Duett-Partner für "Looking for Freedom".

Kein Wunder also, dass Hasselhoff die Debatte um die East Side Gallery, das längste in Berlin erhaltene Mauerstück, alles andere als kalt lässt. "Wie kann man die Mauer niederreißen, die für Freiheit, Beharrlichkeit und menschliche Opfer steht?", fragte Hasselhoff seine 42.000 Follower auf Twitter. Der 60-Jährige kündigte an, die Petition gegen den Abriss unterzeichnen zu wollen. "Wo kann ich unterschreiben?", twitterte er.

Um einen Zugang zu einem neuen Wohnhaus dahinter zu schaffen, sollte ein Teil der Mauer abgetragen werden. Nach massiven Protesten wurden die Bauarbeiten jetzt zunächst gestoppt - und zwar für mindestens zwei Wochen. An diesem Dienstag will der rot-schwarze Senat über die Sache beraten.

In einer früheren Version dieses Textes war von 22 Metern der East Side Gallery die Rede, die für die Luxuswohnungen weichen müssten. Dass die Sachlage nicht so einfach ist und wie die Aktivisten dem Thema seinen Dreh verliehen, haben die Kollegen von taz.de minutiös nachrecherchiert.