Schwerer Unfall auf der A 5 in Südbaden 20-jähriger Geisterfahrer reißt fünf Menschen mit in den Tod

Bei einem schweren Unfall auf der A 5 zwischen Offenburg und Lahr in Baden-Württemberg sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Ein 20-jähriger Falschfahrer hat die Karambolage verursacht. Es ist im Südwesten der dritte tödliche Autobahn-Unfall in nur drei Wochen.

Rettungskräfte und Einsatzfahrzeuge auf der A5 bei Offenburg: Hier starben bei einem Verkehrsunfall am Sonntag sechs Menschen. 

(Foto: dpa)

Ein Falschfahrer hat auf der Autobahn A 5 in Baden-Württemberg einen schweren Unfall mit sechs Toten verursacht. Fünf weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, wie die Polizei in Offenburg mitteilte. Der betroffene Autobahnabschnitt war über Stunden in beide Fahrtrichtungen gesperrt.

Der Unfall ereignete sich Sonntagmorgen gegen sechs Uhr zwischen den Anschlussstellen Offenburg und Lahr in Richtung Basel. Laut Polizei raste der 20-Jährige, der aus dem Raum Offenburg stammte, frontal in einen Mini-Van. Warum er in die falsche Richtung auf die Autobahn gefahren war, blieb zunächst unklar. Zur Unfallzeit herrschte dichter Nebel. Kurz vor dem Unfall habe es Meldungen über einen Geisterfahrer auf der A5 gegeben, erklärte die Polizei.

Der Geisterfahrer und fünf Insassen des Mini-Vans starben bei dem Unfall. Am Steuer des gemieteten Vans saß ein 30-jähriger Mann, der ebenfalls aus dem Raum Offenburg stammte. In dem Wrack starben zudem zwei Frauen (23 und 36 Jahre alt) sowie zwei Männer (26 und 27 Jahre alt), die alle aus dem Raum Emmendingen kamen. Sie erlagen sofort ihren Verletzungen.

Eine 37-Jährige, die als erstes mit ihrem Auto zur Unfallstelle kam, wollte helfen und parkte ihren Wagen auf dem Standstreifen. Doch dann passierte das nächste Unglück: Ein Autofahrer übersah im Nebel die Frau und überrollte sie. Ein weiteres Fahrzeug prallte daraufhin in die ungesicherte Unfallstelle. Die Helferin kam schwerst verletzt ins Krankenhaus, wird aber wohl überleben. Die Insassen der beiden anderen Autos wurden nur leicht verletzt.

Der Bereich rund um den Unfallort war nach Angaben des Polizeisprechers mit Trümmern übersät. Erst gegen 15.30 Uhr war die Unfallstelle geräumt.

Der Rettungsdienst war mit 22 Helfern und Notärzten sowie sechs Wagen im Einsatz. Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren ebenfalls mit zahlreichen Kräften vor Ort. Sachverständige begutachteten im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Unfallstelle. Die Rekonstruktion gestaltete sich für die Experten demnach sehr schwierig.

Es ist der dritte schwere Verkehrsunfall mit mehreren Toten innerhalb von drei Wochen auf Autobahnen in Baden-Württemberg. Ende Oktober hatte es auf der A5 bei Baden-Baden einen schweren Unfall mit vier Toten gegeben. Die Opfer waren ein Elternpaar mit ihren zwei Kindern. Anfang November kamen auf der Autobahn 6 bei Heilbronn ein Familienvater und seine drei Kinder ums Leben.