Kriminalität Fall geht an den Staatsanwalt

Die versuchte Vergewaltigung in Münsing ist noch unaufgeklärt

Von Benjamin Engel, Münsing

Die versuchte Vergewaltigung einer 26-jährigen Münsingerin im Juni vor einem Jahr bleibt vorerst unaufgeklärt. Jüngst hatte die Kriminalpolizei mit einer DNA-Reihenuntersuchung versucht, den unbekannten Täter zu ermitteln. 15 Männer aus Münsing hatten Speichelproben abgegeben. "Die Ergebnisse waren allesamt negativ", sagt Stefan Sonntag, Pressesprecher am Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Es hätten sich keinerlei Hinweise auf den Täter gefunden. Damit seien Ansätze für die weitere Ermittlungsarbeit derzeit ausgeschöpft, falls sich nicht neue Erkenntnisse ergäben, was momentan eher unwahrscheinlich sei. "Wir werden den Fall wohl bald ungeklärt an die Staatsanwaltschaft übergeben", berichtet Sonntag.

In Zusammenarbeit mit dem Münchner Institut für Rechtsmedizin hatte die Polizei eine DNA-Spur herausarbeiten können. Überlegungen, die Reihenuntersuchung auf weitere Personen auszuweiten, haben sich nach seinen Darstellung zerschlagen. Die juristischen Vorgaben seien sehr hoch, erklärt Sonntag. Vor Gericht seien weitere DNA-Untersuchungen abgelehnt worden.

Die junge Münsingerin hatte am 25. Juni 2017 die Johannifeier des örtlichen Burschenvereins besucht. Gegen 3.30 Uhr hatte sie nach Hause gehen wollen. Ein bis heute unbekannter Täter hatte sie 200 Meter vom Festgelände entfernt niedergerissen. Laut Kriminalpolizei wollte er die Frau vergewaltigen, scheiterte aber, weil sie sich wehrte. Die Münsingerin hatte den Mann als 1,65 bis 1,70 Meter groß, mit kurzen, dunklen, schwarzen Haaren und dunkler Hautfarbe beschrieben. Daraufhin hatte die Kriminalpolizei zunächst Asylbewerber gebeten, Speichelproben abzugeben. Dieses Vorgehen hatte in Münsing Kritik ausgelöst.

Die Kriminalpolizei ist damit laut Sonntag trotz vieler zusätzlicher Foto- und Videoauswertungen sowie Zeugenbefragungen erfolglos geblieben. "Das ist zunächst das Ende für uns", berichtet der Präsidiums-Pressesprecher.