Rummenigge soll Uhren nicht verzollt haben Teure Geschenke aus Katar

Das kann teuer werden: Karl-Heinz Rummenigge soll zwei Rolex-Uhren am Flughafen nicht verzollt haben.

(Foto: AFP)

Nach Uli Hoeneß hat nun auch Karl-Heinz Rummenigge ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung am Hals. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern soll zwei Rolex-Uhren am Flughafen nicht verzollt haben. Wie teuer das werden kann, weiß nicht zuletzt: Michael Ballack.

Von Florian Fuchs und Bernd Kastner

Karl-Heinz Rummenigge wird nicht behaupten können, dass der Zoll nicht versucht hätte, ihn zu warnen. Der Zoll am Münchner Flughafen informiert immer wieder und sehr ausdauernd über die Einfuhrbestimmungen für Urlauber, das gehört zu den Lieblingsthemen der Mitarbeiter; darüber referieren sie bei jeder Gelegenheit und geben ständig Infos dazu heraus.

Karl-Heinz Rummenigge hat anscheinend trotzdem nicht zugehört und deshalb ist er jetzt nach Uli Hoeneß der zweite prominente Steuersünder des FC Bayern. Nach Informationen der SZ war der Vorstandsvorsitzende des Klubs im Februar am Flughafen mit zwei Rolex-Uhren erwischt worden, die er hätte verzollen müssen. Es läuft deshalb nun ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung.

Am 7. Februar kehrte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern von einer Reise nach Katar zurück. Er hatte dort auf Einladung des Wüstenstaats an einer Versammlung der Vereinigung europäischer Fußballklubs ECA teilgenommen. Das Land will im Jahr 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft abhalten. Die Vereinigung erklärte, auch eine WM im Winter zu unterstützen, damit sie nicht im heißen Wüstensommer über die Bühne gehen muss.

Wie zunächst das Magazin Focus berichtete, soll Rummenigge auf dem Rückweg am Flughafen in München den grünen Ausgang genommen haben, der für Passagiere gedacht ist, die nichts zu verzollen haben. Als er dennoch kontrolliert wurde, fanden Zöllner die zwei Rolex-Uhren. Im Ausland mitgebrachte Waren dürfen aber nur bis zu einem Wert von 430 Euro abgabenfrei eingeführt werden. Bis 700 Euro sind pauschal 17,5 Prozent Steuern zu bezahlen, bei einem noch höheren Warenwert wird ein individueller Zollsatz fällig, plus 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer.

Rummenigge hat offenbar angegeben, dass die Uhren gebraucht seien und er sie in Katar von einem Freund geschenkt bekommen habe. Der Bayernboss ist ein passionierter Sammler, der einmal erklärte, nur Uhren, aber keinen anderen Schmuck am Körper zu tragen - nicht einmal einen Ehering. Er sammle inzwischen nur noch alte Uhren, die nicht mehr produziert werden.

Wenigstens darf sich der frühere Stürmer damit trösten, dass die Steuerprobleme wegen seiner Leidenschaft für Uhren bei den Behörden nicht die Ausmaße annehmen werden, die sich Uli Hoeneß gerade mit seiner Leidenschaft für Börsengeschäfte eingebrockt hat.

Billig dürfte ihn die Sache aber trotzdem nicht kommen: Michael Ballack, damals noch Angestellter des FC Bayern München, hatte im Jahr 2006 mal eine Handtasche für 2000 Euro aus Dubai ins Land geschmuggelt. Nach einem Rechtsstreit verdonnerte ihn ein Gericht zu 70.000 Euro Bußgeld.