Prozess in München Sogar ein Privatdetektiv hat nach dem Opfer gesucht

An jenem Tag warf Gabi P. ihren Freund aus dem Haus. Doch Alex H. wollte sich damit nicht abfinden, schaffte es, wieder ins Haus zu gelangen und sich mit ihr augenscheinlich zu versöhnen. Allerdings glaubt die Staatsanwaltschaft, dass Gabi P. nur zum Schein auf die Versöhnung einging und vielmehr in dem Moment beschloss, ihren Lebensgefährten umzubringen.

Warum neben dem Bett im Dachgeschoss eine Kreissäge lag, ob Gabi P. den Mord so eiskalt geplant hatte - oder ob etwa die Säge wegen Renovierungsarbeiten dort lag - wird wohl im Prozess geklärt werden. Am Abend jedenfalls gingen die Zwei gemeinsam ins Bett. Wie immer soll Alex H. sich selbst die abgeklebte Taucherbrille über den Kopf gezogen haben, während des Sexspiels soll er seine Freundin aufgefordert haben, ihn ans Bett zu fesseln. Dann soll Gabi P. zur Säge gegriffen haben.

Der Sicherungsbügel war entfernt worden, die Säge durchschnitt den Körper, Alex H. starb an den Verletzungen. Laut Staatsanwaltschaft soll sie der Leiche mit der Kreissäge den Kopf abgetrennt haben, dann soll sie eine Decke darüber ausgebreitet, das Zimmer verlassen und monatelang nicht mehr betreten haben.

Die Adoptiveltern von Alex H. wunderten sich zunächst, warum ihr Sohn nicht erreichbar war. Sie begannen zu suchen, engagierten sogar einen Privatdetektiv. Es tauchte die Behauptung auf, Alex H. habe eine neue Freundin, sei ihr nach Rumänien gefolgt und wolle keinen Kontakt mehr zur Heimat. Ob Gabi P. das Gerücht in die Welt gesetzt hatte, soll sich im Prozess zeigen.

Ein halbes Jahr später, Gabi P. war mittlerweile mit Christian K. liiert und gerade verreist, soll der neue Lebensgefährte die Leiche des Ex auf dem Dachboden entdeckt haben. Er ging nicht zur Polizei, sondern half bei der Leichenbeseitigung. Da er den Toten nicht alleine tragen konnte, bat er Bernd M., einen Landschaftsgärtner-Gehilfen, um Hilfe. Zu zweit umwickelten sie die Leiche mit Folie und vergruben sie im Garten.

Bernd M. wurde bereits zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt, Christian K. zu zwei Jahren und acht Monaten wegen Strafvereitelung. Die Anwälte der Männer haben Berufung gegen die Urteile eingelegt. "Wir haben das verdrängt und sind wieder zur Tagesordnung übergegangen", sagte Christian K. während des Prozesses im vergangenen Jahr.

Das Gericht hat sieben Verhandlungstage für den spektakulären Mordfall anberaumt. Ob die Öffentlichkeit an allen Tagen zugelassen wird, bleibt abzuwarten.

Tagebuch eines Stalkingopfers

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