Polizei Frau stirbt durch Schuss aus der Dienstwaffe eines Bundespolizisten

In diesem Wohnhaus in Bad Langensalza (Thüringen) wurde die tote Frau gefunden.

(Foto: Wichmann TV/DPA)
  • Eine Frau ist in Bad Langensalza in Thüringen offenbar durch einen Schuss aus der Dienstwaffe eines Münchner Bundespolizisten gestorben.
  • Nach ersten Ermittlungen gehen die Ermittler davon aus, dass sich der Schuss versehentlich gelöst hat.
  • Der Bundespolizist und der Lebensgefährte der Frau wurden vorläufig festgenommen.
Von Thomas Schmidt

Ein junger Bundespolizist vom Münchner Flughafen ist wohl in ein Tötungsdelikt in Thüringen verwickelt. Nach dem Fund einer Frauenleiche in der Kurstadt Bad Langensalza wurde der 22-jährige Beamte vorläufig festgenommen. Thüringische Ermittler stellten auch seine Dienstwaffe sicher, denn offenbar starb das Opfer durch einen Schuss aus seiner Pistole. Nach ersten Ermittlungen gehe man derzeit davon aus, dass sich ein einzelner Schuss versehentlich gelöst habe, teilte der zuständige Staatsanwalt Dirk Germerodt auf Anfrage mit.

Das Opfer ist eine 34-jährige Frau. Einsatzkräfte der Polizei fanden sie Freitagnacht kurz nach ein Uhr leblos und mit einer Schussverletzung im Oberkörper in einem Bett. Als die Beamten das Haus an der Schulstraße betraten, trafen sie dort auch auf den 22-jährigen Lebensgefährten der Toten, den Inhaber der Wohnung. Bei ihm befand sich außerdem der ebenfalls 22 Jahre alte Münchner Bundespolizist, der seinem Freund aus Thüringen gerade einen Besuch abstattete.

Einer der Männer habe den Notruf alarmiert, berichtete eine Sprecherin der Landespolizeiinspektion. Welcher von beiden, könne sie aber nicht sagen. Sicher ist hingegen, dass beide Freunde kräftig getrunken hatten, bevor die Polizei anrückte. Ein Atemalkohol-Test ergab bei dem Lebensgefährten einen Wert von mehr als 1,5 Promille, bei dem Münchner Polizisten zeigte das Gerät sogar mehr als zwei Promille Alkohol im Blut an. Die Einsatzkräfte nahmen beide Männer vorläufig fest.

Bei ihrer Vernehmung gaben beide Männer an, mit der Dienstwaffe des Münchners hantiert zu haben. Dabei habe sich versehentlich ein Schuss gelöst und die 34-Jährige in den Oberkörper getroffen. Die Ermittler der Polizei prüfen nun anhand der Spuren, ob diese Version der Geschehnisse stimmen kann. Außerdem sollte die Leiche des Opfers noch am Freitag obduziert werden. Laut Staatsanwalt Germerodt decken sich die Spuren in der Wohnung mit den Angaben aus den Vernehmungen.

"Wir gehen von fahrlässiger Tötung durch unsachgemäße Handhabung der Schusswaffe aus", bestätigte der Staatsanwalt. Vermutlich habe der Lebensgefährte der 34-Jährigen die Dienstwaffe des Polizisten aus München gehalten, als sich der Schuss löste und seine Freundin tötete. Weil die Ermittler von einem Versehen ausgehen, wurde kein Haftbefehl erlassen, erklärte Germerodt. Die Männer sollten spätestens an diesem Samstag auf freiem Fuß sein.

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