München Röhre im Kleinformat

Infos zum Tunnel: Alt-OB Hans-Jochen Vogel (SPD) und Mitstreiter bei der Eröffnung des Pavillons.

(Foto: Florian Peljak)

Info-Pavillon skizziert den Tunnel unter dem Englischen Garten

Von Alfred Dürr

Nun ist er also fertig, der Tunnel unter dem Englischen Garten. Nicht in Wirklichkeit, aber immerhin im Modell. Wie der durch den Mittleren Ring zerschnittene Park einmal aussehen wird, wenn die Autos unter die Erde verbannt und die Hälften des Englischen Gartens wiedervereinigt sind, kann man nun von allen Seiten und im Detail betrachten. Der Schaukasten befindet sich in einem Holzpavillon (Architektenbüro Nickl und Partner) neben dem Seehaus, in Richtung Brücke über den Isarring.

Unterstützt wird dieser optisch ansprechende kleine Ausstellungsraum von der Tunnelinitiative um das Schwabinger Architektenehepaar Petra Lejeune und Hermann Grub, von der Allianz Umweltstiftung, den Architekten des Pavillons, der Firma HBH Holzbau und von der Bayerischen Schlösserverwaltung. Geöffnet ist täglich von 15 bis 18 Uhr.

Zur Vorstellung des Modells kam auch Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel (SPD). "München wäre nicht München, wenn es den Englischen Garten nicht gäbe", sagte er. Für die Lebensqualität vieler Menschen spiele diese Grünanlage eine wichtige Rolle, deswegen unterstütze er die Tunnel-Initiative. Während Vogels Amtszeit in den Sechzigerjahren war der Mittlere Ring durch den Park gelegt worden: "Tunnels zu bauen, war damals außerhalb jeder Vorstellung." Für ihn sei sein Engagement für den Parktunnel aber kein Akt der Wiedergutmachung, sagte Vogel. Er habe sich damals für den Bau von S- und U-Bahnen sowie für die Fußgängerzone eingesetzt: "Das waren keine Maßnahmen für eine autogerechte Stadt." Das Modell zeigt plastisch, wie die Grünflächen über dem Tunnel geplant sind. Bäche, die teilweise in Röhren und Kanälen versteckt sind, werden zu offenen Wasserläufen. Es entstehen in Anlehnung an das historische Parkkonzept weite Wiesen, die den Blick in die freie Landschaft ermöglichen.