Hasan Abdullah Ismaik und 1860 München 33 Millionen für den Aufstieg

Der Boulevard schrieb vom Öl-Scheich, der 1860 retten sollte. Doch Hasan Abdullah Ismaik ist kein Scheich und sein Geld hat er mit Immobilien verdient. Dennoch: Er will bei den Löwen einsteigen. Doch wie kommt der Jordanier ausgerechnet auf die Sechziger?

Von A. Burkert u. K. Ott

Der TSV 1860 München ist wieder einmal denkbar knapp an der Pleite und am Zwangsabstieg aus der zweiten Liga vorbeigeschrammt. Wenigstens für ein paar Wochen langt das Geld, das die Klubchefs kurzfristig aufgetrieben haben. Dann soll "eine tragfähige Lösung für die Zukunft" stehen, haben Geschäftsführer Robert Schäfer und Präsident Dieter Schneider versprochen, der seine Zuversicht sogar "auf 99 Prozent" taxierte.

Man kann seinen Optimismus verstehen, denn es gibt ihn tatsächlich, jenen bislang geheimen Investor, der bei den Löwen einsteigen will. Zuletzt war mancherorts gezweifelt worden, ob es diesen großen Unbekannten aus Arabien gibt; der Boulevard titelte von einem angeblichen "Öl-Scheich", der den Traditionsverein auf Dauer retten soll.

Hasan Abdullah Ismaik ist zwar kein Scheich, aber die Sache ist ihm sehr ernst, das wird der 34-jährige jordanische Geschäftsmann nächsten Samstag allen Zweiflern erklären: Ismaik kommt zum Heimspiel gegen Cottbus in die Münchner Arena. Er fliegt, so ließ er es jedenfalls am Montag der Süddeutschen Zeitung ausrichten, vormittags mit seinem Privatflieger aus New York ein.

Wieso ausgerechnet zu den Sechzigern, kannte er die bislang überhaupt? "Gehört habe ich schon von 1860, aber sie nicht genau verfolgt", teilte Ismaik mit. Er sei aber "leidenschaftlicher Fußballfan". Er wäre der erste arabische Investor bei einem Bundesligisten.

Der Familienvater betreibt offenkunnig florierende Geschäfte bei Bauträgern, Öl-Firmen und Beteiligungsgeschäften in Abu Dhabi, Riyad, Dubai, New York, London, Amman und Damaskus. Er pendelt hauptsächlich zwischen diesen Orten, wo er Wohnsitze unterhält. Hasan Abdullah Mohamed, wie sich Ismaik als Chairman seiner Firmengruppe auch nennt, liebt München.

Der Kontakt kam hier über den Finanzmanager Hamada Iraki zustande, der für eine international agierende Großbank den Mittleren Osten betreut und über beste Kontakte in diese Region verfügt. Als der Mittelsmann, der sich auch in der Fußballbrache gut auskennt, am 18. März in der SZ von der Finanznot des TSV 1860 las, hörte er sich bei befreundeten Investoren um. Einem waren die Löwen zu klein. Ismaik findet sie genau passend für sein Ziel, endlich in einen Klub mit Perspektive zu investieren und Kontakte nach Deutschland zu knüpfen.