Regelmäßig wird betont, wie sicher München ist. Immer wieder stören aber brutale Übergriffe das Bild, das die Stadt von sich zeichnen will.
München wirbt nicht nur gerne mit dem Oktoberfest, dem FC Bayern und den nahen Bergen für sich, sondern auch mit dem Zusatz "sicherste Großstadt Deutschlands". Vor allem wenn die Polizei halbjährlich ihre Statistiken vorstellt, werden die führenden Beamten nicht müde, auch die gute Sicherheitslage an der Isar zu betonen.
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Diese brutale Attacke von zwei jungen Männern auf einen Rentner hat deutschlandweit Schlagzeilen gemacht. Passiert ist sie im Dezember 2007 - im Münchner U-Bahnhof Arabellapark. (© Foto: dpa)
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Im merkwürdigen Kontrast steht dazu, womit München in den letzten Jahren in Sachen Sicherheit Schlagzeilen machte: Da wird 2004 ein 17-Jähriger im S-Bahnhof Stachus von einem jungen Mann getötet; da ist der Überfall in der U-Bahn auf einen damals 76-jährigen Rentner, der nur durch viel Glück überlebte - die beiden Täter wurden später wegen versuchten Mordes zu langen Haftstrafen verurteilt.
Prügelattacke vor Zeugen Erst im Sommer liefen Jugendliche aus der Schweiz in der Innenstadt geradezu Amok, schlugen und traten auf Passanten ein, von denen einer nur knapp dem Tod entging. Und nun die Tat am S-Bahnhof Solln: Ein 50-Jähriger verliert sein Leben, weil er Kinder vor zwei Gewalttätern schützen will. Die zwei jungen Männer prügeln am helllichten Samstagnachmittag vor vielen Zeugen auf ihr Opfer ein, bis es tödlich verletzt auf dem Boden liegt.
Ist München also gar nicht so sicher, wie die Verantwortlichen gerne tun? Naja, sagt Christian Pfeiffer, Chef des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen - und man merkt, dass es auf die Perspektive ankommt. Bundesweit sei die Jugendgewalt seit Jahren zurückgegangen.
Zahl der Gewaltdelikte stagniert Allein, in München sind die Deliktzahlen nach Pfeiffers Auswertungen aber nicht gesunken. Hier sei eine Stagnation zu beobachten, und bei der kleinen Gruppe der jugendlichen Intensivtäter gar ein leichter Anstieg. "München ist also keineswegs die sicherste Stadt", sagt Pfeiffer. Aber wirklich unsicher sei es in München natürlich auch nicht. "Kein Drama" seien die Münchner Zahlen.
Dass ausgerechnet die Hauptstadt des CSU-regierten Bayern seit Jahren wegen besonders spektakulärer Gewalttaten Schlagzeilen macht, "das ist Zufall", betont Pfeiffer. Und dass die U-Bahn-Schläger vom Arabellapark solch eine Hysterie auslösten, habe an der Videoaufzeichnung gelegen, so dass die Bilder wochenlang im Fernsehen liefen. Und am damaligen Wahlkampf.
"Jeder einzelne dieser Fälle ist ein entsetzliches Verbrechen", sagt Oberbürgermeister Christian Ude, "doch es sind Einzelfälle mit einer jeweils völlig unterschiedlichen Entstehungsgeschichte, die uns bestürzen und Angst machen." Die polizeiliche Kriminalstatistik stützt die These, dass München nur zufällig immer wieder im Fokus steht.
Weniger Gewalt als in Berlin oder Hamburg Die Beamten registrierten im Jahr 2008 in München genau 3948 angezeigte Fälle von Gewaltkriminalität. Damit entfallen auf 100000 Einwohner 301 Straftaten, ganz deutlich weniger als in vergleichbaren Städten wie Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart oder sogar Kiel.
Nur in Dresden, Chemnitz und Bielefeld müssen die Bewohner noch weniger um Leib und Leben fürchten als in München. Die Statistiken geben dem Oberbürgermeister auch recht, wenn er sagt, dass "der öffentlich Nahverkehr, ob in der U-Bahn oder der S-Bahn, in München wirklich sehr sicher ist."
Tatsächlich verzeichnete die Polizei im Jahr 2008 genau 251 Gewaltdelikte in Bussen, Bahnen und auf Bahnsteigen, 75 weniger als noch im Jahr zuvor. Zum Vergleich: Immerhin zählt der MVV rund 618 Millionen Fahrgäste jährlich. Allerdings hat die Polizei nach der brutalen, durch die Videobilder bundesweit Aufsehen erregenden Schlägerattacke auf dem U-Bahnhof Arabellapark ihre Präsenz im Nahverkehrsnetz auch um mehr als ein Drittel erhöht.
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(SZ vom 15.09.2009/ag/wib)
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auch ich benütze regelmäig die öffentlichen verkehersmittel. sowohl zur hauptverkehrszeit als auch in den abendstunde und empfinde sie als das sicherste und sauberste öffentliche verkehrsnetz das man sich für eine stadt unserer größe vorstellen.
auch was das verhalten der münchner angeht, sehe ich wenig was über den müncher grant hinausgeht. ich habe bereits in den usa, frankreich und südafrika gelebt und kenne auch andere deutsche großstädte zur genüge. von daher nehme ich mir heraus ihnen zu raten ihren horizont ein wenig zu erweiterm. dann werden sie nämlcih feststellen, dass münchen eine sehr offen, freundliche und vor allem sichere (auch gefühlt) ist.
der münchner grant, arroganz und hochnäsigkeit ist ein anderes thema.
also bitte schauen sie einmal über den tellerrand hinaus.
als beispiel möchte ich noch meine oma anfügen die in neuperlach gegenüber der örtlichen hauptschule wohnt und die sich beschwert, dass münchen gefährlich und dreckig ist, mit den argumenten, dass ihr vor einem jahr (!!) die geldbörse geklaut wurde und dass in der ubahn zeitungen rumliegen. das sind probleme von der jede andere großstadt dieser größe nur träumt.
Nein Herr Ude, das sind keine Zufälle!!!!
Ich muss ihnen vorwerfen, dass sie ignorant sind. Wer tätglich in München unterwegs ist, d.h. Straßenverkerh, MVV, in Geschäften, in öffentlichen Einrichtungen, Bahnhof, ja selbst viele Hausmeister, und Miethaie, der kennt das Problem der latenten Gewalt, die subtil ist und leicht und geren von Politikern übersehen wird. München ist mit Abstand die unherzlichste und unfreundlichste Stadt in der BRD.
Man könnte jetzt sagen, es ist viel zu weit hergeholt, wenn man einen Zusammenhang mit den jüngsten Vorfällen sieht. Jedoch ist es noch viel absurder, einfach und lapidar von einem ZUFALL zu sprechen. Herr Ude macht sich mit der Zufallsformel aus dem Staub.
Der Aggressions-Grundpegel ist in München schon ziemlich hoch angesiedelt, und das auch durch die vermeintlich brave, pflichtbwusste und arbeitssame Münchner Gesellschaft. Sie müssen sich endlich der Realität stellen!!! Es ist zumindest auch in der Verantworlichkeit des OBs, diesen Aggressionsnährboden in der eigenen Stadt einzudämmen.
es fällt mir sehr schwer bei ihrem kommentar objektiv zu bleiben und nicht polemisch zu werden. es gibt diesen schönen satz: leg dich nicht mit --- an, denn er zieht dich auf sein nieveau herunter und dort ist er unschlagbar.
dennoch versuche ich mich vernünftig daran zu nähern:
zum einen verlangen sie, falls ich das richtig versteh, mehr sicherheit für den bürger. ist das nicht ein wenig zu kurz gedacht? sicherlich ist mehr polizeipräsenz eine lösung, aber sollte nicht nach lösungen gesucht werden, die eine polizeipräsenz nicht mehr nötig macht? würde siche der bürger sicherer fühlen wenn mehr polizei vorhanden ist, oder wenn er weiß dass unsere gesellschaft funktioniert und solche menschen kaum noch vorhanden sind?
da sie ja einige farben genannt haben, die sie ausschließen, bleibt im prinzip nur noch braun übrig. damit haben sie sich bereits für vernunft disqualifiziert, denn genau diese partein(en) sagen was sie machen wollen, aber nicht wie im konkreten bzw. wie das bezahlt werden soll. die bezahlung deren vorhaben kann fast nur nach einem 70jahre alten prinzip erfolgen...
Ist ja nur gut, das ihr euch ständig mit Radfahreren, Parksündern und den bösen Kiffer Kapital Verbrecher kümmert. So kommt Ihr leider nicht auf gute Ideen, und schützt uns vor den Gewalttätern.
Das gute, ihr kommt auch nicht auf schlechte Ideen und verprügelt nichtsnutzige Demonstranten gegen den Überwachungsstaat. Mit dem (Überwachungsstaat) könnt Ihr zwar schön die gemeinen Downloader in die lebenslage Schuldenfalle locken, aber die Gesellschaft und Ihre Probleme mit den Chancenlosen leider nicht lösen.
Und deswegen weis ich ich was ich wähle, nicht den Überwachungstaat, sondern Politik die mir sagt was Sie tun will und nicht das schwarze, rote, gelbe oder grüne vom Himmel.