Laute Güterzüge Absage von der Bahn

Unter dem Lärm von der Güterzugstrecke leiden Graßlfinger wie Gröbenzeller. Die einen bekommen nun einen Lärmschutz, die anderen nicht. Weshalb, weiß die Bahn.

Von Andreas Ostermeier

Die Bahn errichtet derzeit eine Schallschutzwand am Gütergleis in der Nähe des Olchinger Sees - allerdings nur auf der Gröbenzeller Seite.

(Foto: Günther Reger)

- Die Anwohner der Güterbahnstrecke an der Grenze zwischen Gröbenzell und Graßlfing können nicht auf eine geringere Lärmbelästigung durch den Bau einer Schallschutzwand hoffen. In einem Schreiben an Bürgermeister Andreas Magg (SPD) machte die Bahn deutlich, dass ihren Regeln nach die Voraussetzungen für einen Lärmschutz an dieser Stelle fehlten. "Aufgrund der sehr weitläufigen und offenen Wohnbebauung" könne das "erforderliche Nutzen-Kosten-Verhältnis" nicht erreicht werden, heißt es in dem Schreiben der Bahn. Eigentümer der von Lärm betroffenen Häuser könnten jedoch unter Umständen einen passiven Lärmschutz erhalten, also beispielsweise schalldichte Fenster. Auch die Errichtung eines Lärmschutzes auf Gröbenzeller Seite lässt die Bahn nicht als Argument gelten. Die Aluminium-Wände seien so "hochabsorbierend", dass eine Reflexion des Lärms vorbeifahrender Züge auf die Olchinger Seite "nahezu ausgeschlossen" werden könne.

Bürgermeister Magg will sich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben. Er hofft auf die Politik. Vom Bundesverkehrsministerium erwartet Magg, dass es gesetzliche Vorgaben für einen schnelleren Lärmschutz mache, so könnte das Austauschen der veralteten Bremsen an den Güterzügen rascher vorangehen als gegenwärtig. Die Hauptfrage sei, wie der Eisenbahnlärm vermindert werden könne, sagte Magg. Der Olchinger Bürgermeister kritisiert auch, dass ein Anspruch auf Lärmschutz nur bestehe, wenn Strecken neu oder umgebaut werden.

Auch von landes- und bundespolitischer Seite können die Graßlfinger Unterstützung erwarten. So hat CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt zugesagt, sich für einen Lärmschutz einzusetzen. Gleiches gilt auch für den CSU-Landtagsabgeordneten Reinhold Bocklet, der sich in Sachen Lärmschutz bereits an die Bahn gewendet hat.