Benefizaktion Pendeln mit dem Fahrrad - bei Wind und Wetter

Mit dem Rad kann man auch im Winter pendeln.

(Foto: privat)

Der Hobbyradler Michael Freidank aus Freising unterstützt mit "Bike2Work" einen guten Zweck.

Von Clara Lipkowski, Freising

Ein militanter Autoablehner sei er absolut nicht, meint Michael Freidank, aber wo es geht, versuche er, das Fahrrad zu nehmen. "In Freising muss man das Auto eigentlich gar nicht bewegen", findet er. Freidank, 37, ist eigentlich Fluglotse am Münchner Flughafen. Aber einer mit einem ziemlich ausgeprägtem Hang zum Radfahren.

Derart, dass er irgendwann bei der Arbeit nach einem Teilzeitvertrag fragte, um sich zusätzlich noch nebenberuflich selbständig zu machen. Seit einem Jahr führt er nun, er, der für den Beruf aus Berlin nach Freising kam, an drei Tagen in der Woche im Winter den Edel-Fahrradladen "Velosoph" mit integriertem Café mitten in Freising.

Selbst bei Temperaturen deutlich unter Null Grad und Schnee sind er und ein paar Arbeitskollegen so unterwegs

Auch mit "einer Handvoll" Arbeitskollegen teilt er die Freude am Radfahren. Zum Beispiel in einer Whatsapp-Gruppe. Darin motivieren sie sich gegenseitig, auch im Winter mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, bei Temperaturen deutlich unter Null Grad und Schnee. "Wir wohnen alle im Umkreis von etwa 15 Kilometern um den Flughafen, also entlang einer Strecke, die man gut mit dem Fahrrad fahren kann." Dann machte Freidank mehr daraus.

Michael Freidank ist meist mit dem Rad unterwegs, auch im Winter.

(Foto: privat)

Wer mitmache, solle ein Startgeld von zehn Euro für einen guten Zweck spenden, verkündete er im Herbst 2017. Jeder bekommt einen Kalender zugeschickt, in den man alle Fahrten einträgt und Ende März 2018, zum Ende der Aktion, an ihn zurückschickt. Das bis dahin gesammelte Geld geht an ein Forschungsprojekt über die weniger bekannten Muskelschwunderkrankung "spinale Muskelatrophie" (SMA). "Bike2Work" heißt das Prinzip, Freidank nennt es auch "Muskel für Muskeln. "Das hat mich an der Sache einfach interessiert, nicht nur einem Einzelschicksal zu helfen, sondern auf die Krankheit aufmerksam zu machen, dass manche Menschen manche Muskeln nicht haben oder nicht nutzen können und die Forschung darüber zu fördern."

Freidank fährt die knapp acht Kilometer von seiner Haustür zur Arbeit in unter einer halben Stunde

Das Spendenziel hatte er auf gut Glück auf 500 Euro angesetzt, zu Beginn hatten rund 25 Leute Interesse gezeigt, unter ihnen Freidanks Bruder und Bekannte, die in Berlin ihre Fahrten zählen. Mittlerweile hat er 683 Euro gesammelt. Auch weil anonyme Spender die Sache unterstützen, vermutet er, Genaueres erfahre er, wenn die Teilnehmer-Kalender zurückkommen. Einer, das weiß er jetzt schon, spendet für jeden Kilometer, den er nicht mit dem Auto fährt zusätzlich einen kleinen Beitrag.

Er selbst fährt die knapp acht Kilometer von seiner Haustür zur Arbeit in unter einer halben Stunde. Damit den Autoverkehr auf der Straße zu reduzieren, findet er grundsätzlich gut. Manchmal müsse man dazu müsse bereit sein, die eigene Bequemlichkeit aufzugeben. Auch das Konzept des Gratis-ÖPNV sei unterstützenswert, findet er, aber nur, wenn die Einnahmen aus einer entsprechenden ÖPNV-Abgabe transparent gemacht würden und nachgewiesen werde, dass sie tatsächlich in den Ausbau der Nahverkehrs gesteckt würden.

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