Demo gegen Rechts Pfeifkonzert in Pliening

Demonstranten vor dem Bürgerhaus in Pliening protestieren gegen den Auftritt des AfD-Politkers Martin Hohmann.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Etwa 80 Demonstranten protestieren vor dem Plieninger Bürgerhaus gegen eine AfD-Veranstaltung mit Martin Hohmann

Von Karin Kampwerth, Pliening

Gegen den Auftritt des AfD-Politikers Martin Hohmann am Donnerstagabend im Plieninger Bürgerhaus haben etwa 80 Menschen protestiert. Unter den Demonstranten, die den Aufrufen von Bunt statt Braun und anderen Organisationen und Parteien im Landkreis gefolgt waren, fand sich auch der Trompeter, der bei den Anti-Pegida-Märschen in München aufspielt.

Der Trompeter, der auch die Anti-Pegida-Märsche in München begleitet, hat der AfD zwar nicht den Marsch geblasen, aber die Demo mit traurig-schrägen Tönen begleitet.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Bürgermeister Roland Frick (CSU), der sich ebenfalls unter die Demonstranten mischte, erklärte unterdessen dem ein oder anderem Teilnehmer, dass er keine Möglichkeit gehabt hätte, die Veranstaltung zu unterbinden oder die AfD wieder auszuladen, nachdem bekannt wurde, dass Hohmann der Hauptredner des Abends sein werde.

Fantasievolle Transparente

Unterdessen wurden immer, wenn Gäste der Veranstaltung das Bürgerhaus betraten, diese ausgebuht. Die Transparente, die die Demonstranten den AfD-Sympathisanten entgegenhielten, waren durchaus fantasievoll gestaltet. "Make Pizza, not Pellkartoffeln" war da zu lesen. Oder "sind wir nicht alle ein wenig Döner", oder "AfD ist sowas von 1933".

Andere Transparente, zum Beispiel mit der Aufschrift "Demokraten ja, Antisemiten nein" wiesen auf den Grund des heftigen Protestes gegen den Auftritt Hohmanns hin. Der 69-Jährige frühere Bundestagsabgeordnete aus Fulda war 2004 aus der CDU ausgeschlossen worden, unter anderem, nachdem er die Errichtung eines Holocaustdenkmals abgelehnt hatte, weil dieses in seinen Augen ein Indiz dafür sei, dass die Deutschen sich ihre Vergangenheit nicht verzeihen könnten.

Den Gästen der Veranstaltung hielten die friedlichen Demonstranten ihre Meinung auf Transparenten entgegen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Der Kreisverband der AfD hatte bereits vorigen November versucht, eine Veranstaltung mit Hohmann zu organisieren. Sie waren aber an dem Widerstand der Wirte gescheitert, die dem Politiker keinen Raum für möglicherweise antisemitische und rassistische Reden geben wollten. In das Bürgerhaus hat sich die AfD nun einmieten können, ohne dass bei der Gemeindeverwaltung in Pliening die Veranstaltung näher hinterfragt worden wäre.