DOSB-Präsident Bach Bürger sollen über Olympia abstimmen

Eine Bewerbung Berlins für die Sommerspiele? Absolut unseriös, findet DOSB-Chef Bach. Im Falle einer zweiten Kandidatur Münchens für Olympische Winterspiele plädiert er dafür, zuvor die Bürger darüber entscheiden zu lassen.

Von Christian Krügel und Dominik Hutter

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, hat sich dafür ausgesprochen, im Falle einer zweiten Kandidatur Münchens für Olympische Winterspiele die Zustimmung der Bevölkerung vorher durch Bürgerentscheide klären zu lassen. Wichtig für eine erneute Bewerbung sei eine möglichst große Geschlossenheit von Sport und Politik, sagte Bach in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Münchens Grüne haben aber eine erneute Bewerbung bereits ausgeschlossen. Und in Deutschland, so Bach, gebe es "im Moment kein Klima für Veränderungen und Großprojekte". Deshalb würde es helfen, "wenn hier in einem formellen Verfahren die Bürger ihr deutliches Ja für Olympia abgeben könnten", sagte der DOSB-Präsident der SZ. Der Garmischer Bürgermeister Thomas Schmid hatte bereits ein Ratsbegehren als Voraussetzung für einen zweiten Anlauf vorgeschlagen. Gerade im Garmischer Fall sei das sinnvoll, sagte Bach: "Man sollte überall dort, wo es sich zuspitzt, rechtzeitig Klarheit schaffen."

Ob eine erneute Münchner Bewerbung überhaupt sinnvoll ist, werde sich erst im ersten Halbjahr 2012 zeigen. Bis dahin werde der DOSB beobachten, welche anderen Städte sich beim IOC bewerben und ob eine deutsche Kandidatur für Sommer- oder Winterspiele sinnvoller sei. Den Vorschlag von Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit, die Hauptstadt solle sich um Sommerspiele bemühen, nannte Bach "schlichtweg unseriös".

Auch die Gesellschafterversammlung der Bewerbungsgesellschaft, der Bach vorsteht, sprach sich bei ihrem ersten Treffen nach dem Nein von Durban für eine abwartende Haltung aus. Bis zum Anmeldetermin im September 2013 verbleibe ausreichend Zeit für Analysen und Bewertungen. Die für Olympia 2018 gegründete Gesellschaft wird aber in jedem Fall aufgelöst, ein entsprechender Beschluss wurde am Donnerstag gefällt.

Nach Auskunft der Gesellschaft konnte der Kostenrahmen von 33 Millionen Euro eingehalten werden. Diese Summe, das räumt auch Bach ein, entspricht allerdings nicht den tatsächlichen Kosten der Bewerbung. Denn die Sponsoren haben auch abseits des offiziellen Etats für Olympia2018 gekämpft. Sie haben die Kosten für externe Beratung beigesteuert, und Sponsor BMW bezahlt das Gehalt von Katarina Witt.