Umbau der Linie A Ehrgeiziger Zeitplan für neue S 2

Die Deutsche Bahn AG muss die Linie A von Altomünster nach München innerhalb von sechseinhalb Monaten komplett elektrifizieren. Sie verspricht offiziell den Abschluss zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2014.

Von Wolfgang Eitler

Erstmals hat die Deutsche Bahn AG den genauen Termin für den Start einer zweiten S-Bahn von Altomünster nach München auf den 7. November 2014 öffentlich verbindlich zugesagt. Vor Bürgermeistern, Stadt- und Gemeinderäten des Landkreises Dachau sagte Bernhard Weisser, Geschäftsführer der Deutschen Bahn Regio/S-Bahn München, bei der Mandatsträgerkonferenz in Markt Indersdorf: "Diese Planung ist sehr valide." Er fügte hinzu: "Es gibt niemanden, der daran Zweifel hat." Gleichzeitig beschwor er den Schulterschluss von Deutscher Bahn und Bevölkerung des Landkreises Dachau. Denn der Ausbau der bisherigen Linie A zur S-Bahn wird zu massiven Behinderungen des gesamten Verkehrs führen. Teilweise müssen Straßen und Bahnübergänge mehrere Wochen lang komplett geschlossen werden.

Jetzt, da der Landkreis Dachau gemeinsam mit der CSU-Bundestagsabgeordneten Gerda Hasselfeldt in einem Spitzengespräch in Berlin den sofortigen Ausbau der Linie A zur S-Bahn durchgedrückt hat, steht die Deutsche Bahn unter Zeitdruck. Sie muss die gesamte Strecke von Dachau bis Altomünster elektrifizieren. Eigentlich hätte sich die Deutsche Bahn dafür gerne mehr Zeit gelassen und die Arbeiten über mindestens zwei Jahre hinweg bis ins Jahr 2015 oder darüber hinaus verteilt. Jetzt sieht sie sich gezwungen, vom 28. April bis zum 7. November 2014 die komplette Elektrifizierung vorzunehmen.

Das bedeutet: 600 Oberleitungsmasten, 15 neue Eisenbahnüberführungen, drei völlig neue Straßenüberführungen, eine neue Straßenbrücke (die historische Brücke zur Basilika am Petersberg wird abgerissen und in der alten Optik wieder errichtet, damit die S-Bahnen unter ihr durchfahren können), 36 neue Bahnübergänge oder den Ausbau aller Bahnhöfe mit barrierefreien Bahnübergängen. Das alles in knapp sechseinhalb Monaten. Die Folgen sind gravierend. So muss beispielsweise die Brücke bei Webling über mehrere Wochen teilweise geschlossen werden, sodass der Verkehr auf der Staatsstraße von Aichach über Schwabhausen nach Dachau dort nur einspurig möglich ist.

Am 7. November 2014 soll dann der Probelauf beginnen, bevor die alte Linie A und neue S 2 Altomünster-Dachau-München als Ergänzung zur bestehenden S-Bahn von Petershausen nach München am 15. Dezember 2014 in den neuen Fahrplan für das Jahr 2015 aufgenommen wird. Zu den Hauptverkehrszeiten läuft sie im 30Minuten-Takt; an den Wochenenden im 60-Minutentakt.

Die Verbesserungen drücken sich in folgenden Zahlen aus: Bisher finden auf der Linie A von Montag bis Freitag 38 Fahrten von München nach Dachau statt. Samstags sind es 37 und sonntags 35. Vom Dezember 2014 ab werden es 40 an den Wochentagen im Stundentakt, dazu 15 zusätzlich in den Hauptverkehrszeiten und jeweils 42 am Samstag und Sonntag. Von Dachau nach München erhöht sich das Angebot von sieben Fahrten (Montag bis Freitag), von zwei am Samstag und einer am Sonntag auf 38 Fahrten wochentags und jeweils 42 am Wochenende.

Ursprünglich sollten die S-Bahn-Züge aus Altomünster einfach an die aus Petershausen im Bahnhof Dachau angekoppelt werden. Aber weil die Zuggarnituren (ET 420) ein Auslaufmodell sind und neue frühestens in drei bis vier Jahren angeschafft werden, muss die Deutsche Bahn auf Modelle aus Stuttgart (ET 423) zurückgreifen. Die allerdings können aus technischen Gründen nicht mit den sonstigen Zügen verbunden wird. Deswegen müssen Fahrgäste zu den Hauptverkehrszeiten an den Wochentagen bei einem 30-Minutentakt (sechs bis neun Uhr, 13 bis 14 Uhr und 16 bis 19 Uhr) am Dachauer Bahnhof umsteigen. Darüber ärgerten sich sehr viele Kommunalpolitiker im Landkreis. Die Kritik verwies S-Bahn-Chef Weisser angesichts der Verbesserungen als unverständlich zurück. Ein Wermutstropfen allerdings goss er in die eigene Euphorie: Die Direktverbindung ohne Halt von Dachau nach München mit der jetzigen Linie A wird gekappt. Weisser: "Der Hauptbahnhof ist völlig ausgelastet."