Club Jack Rabbit Offenes Gehege

Schwarze Minikleidchen, hohe Absätze und minimalistischer Tanzstil: Im neuen Club "Jack Rabbit" tummeln sich hübsche Frauen und lässige Typen. Und während man zu Mainstream-Musik seine Hüften bewegt, hat jeder jeden im Blick.

Von Philipp Crone

Man sollte bei Diskotheken nicht allzu viel auf den Namen geben, gerade in München. Das geht schon bei der Milchbar los, die ja bekanntlich alles andere als eine Milchbar ist. Eine Hausnummer weiter lädt in der Sonnenstraße das CO2 zum Tanzen, und selbst zu vorgerückter Stunde bekommt man dort noch ausreichend Sauerstoff. Nebenan heißt nun der neueste Club "Jack Rabbit". Ein Kaninchen also, das ja landläufig gerne mal regungslos erstarrt, etwa vor einer Schlange. In diesem Kaninchen-Club aber erstarrt keiner, ganz im Gegenteil.

Ein wenig wirkt der 600 Quadratmeter große Raum mit seinem hellen Holzboden, den dunklen Wänden und goldenen Geländerstreben wie ein kleines Gehege. Ecken und Treppen, unterschiedliche Räume, Ebenen, Musikstile und dazu fünf Bars - das moderne Motto eines verwinkelten, aber gut einsehbaren Clubs ist hier fast exemplarisch umgesetzt. Vom Eingang führen zwei Wege an der Garderobe vorbei zur großen Tanzfläche, zu der man drei Stufen hinuntersteigt - oder man bleibt oben, um sich die Leute anzusehen. Das Gleiche ist auch von ganz oben möglich. Eine Treppe hinter dem DJ-Pult führt auf die Empore. Dort lümmeln Leute in Lounge-Ecken, neben einer weiteren Bar und dem nur über eine Brücke zugänglichen VIP-Bereich. Jeder hat jeden im Blick. Das ist auch im Nebenraum so, der über Stufen so aufgebaut ist, dass auch hier der Gast aus der Lounge-Ecke die Leute an der Bar sieht und umgekehrt.

Der Mainstream-Ansatz der Betreiber ist gut zu hören, im kleinen Raum läuft Hip-Hop, im großen Elektro. Durch die Gänge und Flure schlendern die Gäste, an manchen Stellen quetschen sie sich auch, es ist viel los an den ersten Abenden. Die angepeilte Zielgruppe, Frauen und Männer zwischen 20 und 30, ist wie erwünscht erschienen. Manche Dame ist allerdings zum Tanz ungewöhnlich gekleidet. Nicht etwa die hier sehr beliebten schwarzen Superkurzkleidchen sind das Problem, eher die hohen Absätze, die bei den Frauen so weit verbreitet sind wie der minimalistische Tanzstil bei den zum Großteil im Lässig-Look erschienenen Männern: mit den Daumen in den Hosentaschen nur ganz leicht wippen. Und nippen, etwa am San Miguel. Das katalanische Bier passt ins Konzept, es ist ein bisschen besonders, aber gleichzeitig schmeckt es fast genauso massentauglich neutral wie ein Bud Light. 0,33 Liter kosten 3,50 Euro - die Preise liegen leicht unter dem Sonnenstraßen-Durchschnitt.

Natürlich sind auch Tequila (2 Euro), Wodka-Bull (7,50) oder Gin-Tonic (6,50) im Programm, ebenso wie der mittlerweile obligatorische Champagner in Flaschen. Und es gibt den Fünf-Dollar-Milkshake aus Pulp Fiction, an dem seinerzeit John Travolta im "Jack Rabbit Slim's" mit Uma Thurman saugte. Daher kommt auch der Name, und nicht vom Kaninchen vor der Schlange. Zu später Stunde trifft in der Schwanthalerstraße schon eher das Gegenteil zu, da steht eine lange Schlange - vor dem Kaninchen.

Club Jack Rabbit, Schwanthalerstr. 2, www.jack-rabbit.me