Blackout in München Kurzschluss löste Stromausfall aus

Szenen eines Stromausfalls

Ausgefallene Ampeln, steckengebliebene Lifte, U-Bahnen, die nicht mehr weiterfahren: In München ist der Strom ausgefallen und hat zu chaotischen Zuständen geführt. mehr...

Es war der schlimmste Stromausfall seit 20 Jahren in München, einen Monat nach dem Blackout steht nun endlich die Ursache fest - zumindest teilweise: Ein Kurzschluss an einer Überlandleitung nach Moosburg. Doch warum funktionierte die Sicherungsvorkehrung nicht?

Die Stadtwerke sprechen vom schlimmsten Stromausfall seit 20 Jahren: Etwa einen Monat ist es her, dass um Punkt sieben Uhr in vielen Münchner Stadtteilen der Strom ausfiel, 450.000 Haushalte waren betroffen. Eine halbe Stunde dauerte es, bis die Versorgung weitgehend wiederhergestellt war.

Ausgefallene Ampeln und steckengebliebene Lifte hatten Mitte November in Folge des Stromausfalls in der ganzen Stadt zu Chaos geführt. Bei der S- und U-Bahn kam es zu erheblichen Verspätungen. Klar war bisher nur, dass der Fehler, der zu der massiven Störung im Stromnetz geführt hatte, im Netz der Stadtwerke aufgetreten war. Lange wurde über die Ursache gerätselt, nun steht sie zumindest teilweise fest: Verantwortlich für den Blackout war ein Kurzschluss, erklärten die Stadtwerke München (SWM) am Donnerstag.

SWM-Geschäftsführer Stephan Schwarz bezifferte auf einer Pressekonferenz die unmittelbaren Kosten des Vorfalls auf etwa eine Million Euro, rechnet aber mit "deutlich höheren Folgekosten". Der Kurzschluss habe sich an einer 110.000-Volt-Überlandleitung zwischen München und Moosburg ereignet, sagte er. Wo genau dies auf dem 45 Kilometer langen Abschnitt in den Isarauen geschah, lässt sich nicht nachweisen.

Zudem werden normalerweise derart beschädigte Leitungen automatisch vom Netz getrennt, um Folgeschäden zu vermeiden. Im Hauptumspannwerk Föhring löste der dafür zuständige Leistungsschalter allerdings nicht aus. Die Explosion im Umspannwerk Bogenhausen und der Defekt an einem Transformator in Aubing waren die Konsequenz.

Mit dem Hinweis auf den Leistungsschalter könnte die Fehlersuche eigentlich beendet sein - wäre da nicht die Erkenntnis, dass der Leistungsschalter eigentlich vollkommen intakt war. Die Analyse hat ergeben, dass er von einer Sicherung innerhalb des Schalters lahmgelegt war. "Warum das passiert ist, wissen wir noch nicht", sagte der Gutachter Armin Schnettler, Direktor des Instituts für Hochspannungstechnik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

Fachleute seines Instituts und der SWM suchen weiter nach der Ursache, was offenbar sehr aufwendig ist: Der Fehler, vermutlich auch eine Folge des ersten Kurzschlusses, kann irgendwo in dem Dutzende Kilometer langen Kabelnetz versteckt sein. "Ein solcher Fehler ist extrem selten", sagt Gutachter Schnettler, der in Fachkreisen als Koryphäe auf dem Gebiet der Hochleistungstechnik gilt. "Für so etwas ist ein Netz dieser Art nicht ausgelegt."

Es gibt also jede Menge Fragen, die die Fachleute noch immer nicht beantwortet haben. Auch die Ursache für den eigentlichen Kurzschluss wird womöglich nie geklärt werden können.