Beschwerden nach Kalkbrenner-Auftritt Wummern im Wind

Paul Kalkbrenner gratis hören - das konnten am Sonntagabend viele Münchner, auch wenn sie gar nicht beim Konzert auf dem Königsplatz waren. Bis nach Trudering waren die Bässe zu hören. 250 Lärm-Beschwerden gingen ein. Jetzt prüfen die Behörden, wie laut der Auftritt wirklich war.

Von Florian Fuchs

Der Sonntag war kein Tag für ein Open-Air-Konzert. Es regnete, es stürmte, und auf dem Königsplatz war es ziemlich zugig. Es dürfte deshalb einige Musikfreunde gefreut haben, dass sie auch zu Hause bleiben konnten, um die Bässe von DJ Paul Kalkbrenner zu hören.

Es gab aber auch zahlreiche Münchner, die sich nicht unbedingt mit den Technoklängen des Berliners anfreunden konnten: Während des Konzerts, das von 20 bis 23 Uhr dauerte, liefen bei der Polizei 250 Beschwerden wegen Lärmbelästigung ein, einige Bürger klagten ihr Leid noch am Montag den Mitarbeitern des Kreisverwaltungsreferats. Die Musik war sogar bis nach Trudering zu hören. Das KVR prüft deshalb nun, ob die Dezibelgrenzen eingehalten wurden.

Wie bei allen Konzerten hat das Kreisverwaltungsreferat auch diesmal wieder dem Veranstalter Lärmschutzvorgaben nach der bundesweit geltenden Imissionschutzverordnung gemacht. Im Halbstundenmittel durfte die Musik während des Auftritts nicht mehr als 87 Dezibel betragen. In den Pausen zwischen den Vorbands war der Lärmpegel sogar auf 77 Dezibel begrenzt.

Eine der Auflagen war, dass ein Sachverständiger an der Arcisstraße prüft, ob die Lärmschutzregeln eingehalten werden. "Der Bericht muss innerhalb von zwei Wochen vorgelegt werden", sagt Katrin Zettler vom Referat für Gesundheit und Umwelt. Sollten die Werte tatsächlich überschritten worden sein, droht dem Veranstalter ein Bußgeld von bis zu 3000 Euro.

In jedem Fall will das KVR laut Sprecherin Daniela Schlegel für die Zukunft prüfen, ob nicht nur der Dezibelwert, sondern auch das Wummern des Basses reguliert werden kann - der war nämlich besonders weit zu hören. Dafür gibt es jedoch keine gesetzlichen Regelungen.

Dabei war offenbar nicht einmal die ganze Stadt betroffen. Wind und Sturm waren wohl dafür verantwortlich, dass die Klänge vom Königsplatz aus vor allem nach Osten transportiert wurden. Am Stiglmaierplatz etwa, berichten Anwohner, sei das Konzert nur leise zu hören gewesen. Dimensionen wie beim Konzert von AC/DC im Olympiastadion 2009 hat der Auftritt von Paul Kalkbrenner also nicht angenommen: Damals war die Musik bis nach Unterhaching zu hören.

Eine Konzertkritik zum Auftritt von Paul Kalkbrenner finden Sie hier.