"Wir sind Helden" boykottieren "Bild"-Werbung Ein öffentliches Nein

Für eine Werbekampagne sollte die Band "Wir sind Helden" ihre Meinung zur "Bild"-Zeitung äußern. Sängerin Judith Holofernes ließ sich nicht zweimal bitten - und empörte sich öffentlich.

Von Tilman Queitsch

Das hatten sich die erfolgsverwöhnten Werber bei der Agentur Jung von Matt sicher anders vorgestellt. Die Hamburger Macher hatten für eine Kampagne ihres Auftraggebers eine Anfrage rausgeschickt.

Ihre Idee: Die deutsche Popband Wir sind Helden sollte für Bild werben. Die nächste Produktionsphase für die Bild-Zeitungs-Kampagne sei schließlich in Planung, schrieben sie, und dafür suche man prominente Gesichter.

Die schriftliche Anfrage erreichte Judith Holofernes, die Sängerin der Gruppe - und versetzte sie offenbar in Rage. Denn Holofernes antwortete umgehend und öffentlich. Und nicht nur das, sie publizierte auf der Homepage der Band auch noch das Anschreiben der Werbeagentur. Und so kann man unter http://www.wirsindhelden.de/2011/02/1069/ seit dem vergangenen Donnerstagabend ein schonungslos ehrliches, in 468 Wörtern formuliertes "Nein" lesen.

Holofernes liefert neben einem zynischen Lob ("Selten hat eine Werbekampagne so geschickt mit der Dummheit auf allen Seiten gespielt") auch gleich eine durchaus deutliche Begründung: "Die Bild-Zeitung ist ein gefährliches politisches Instrument."

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