Urteil Gericht verbietet Hasskommentare gegen Dunja Hayali

Die Hasskommentare seien ein Beispiel für die brutalen Beleidigungen, die Dunja Hayali zur Zeit zu ertragen habe, sagt ihr Anwalt.

(Foto: AFP)
  • Ein Gericht verbietet einem Mann, Hasskommentare auf Facebook gegen die Journalistin Dunja Hayali zu schreiben.
  • Eine entsprechende einstweilige Verfügung sei per Gerichtsvollzieher zugestellt worden, sagt Hayalis Anwalt.
  • Die ZDF-Journalistin hat am Wochenende eine viel beachtete Rede gegen Hass gehalten.

250 000 Euro bei Zuwiderhandlung

Das Landgericht Hamburg hat einem Facebook-Nutzer beleidigende Äußerungen gegen die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali verboten. Per einstweiliger Verfügung untersagte ihm das Gericht entsprechende Hasskommentare auf der Facebookseite der Journalistin. Bei Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 Euro.

Die Hasskommentare seien ein Beispiel für die brutalen Beleidigungen, die Dunja Hayali zur Zeit zu ertragen habe, sagte ihr Anwalt Christlieb Klages.

Sie stehen nicht in Zusammenhang mit der Rede gegen Hass und "Lügenpresse"-Vorwürfe, die Hayali am vergangenen Samstag bei der Verleihung der Goldenen Kamera in Hamburg gehalten hat.

"Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt noch mal ein Rassist"

Dunja Hayali ist mit der "Goldenen Kamera" ausgezeichnet worden. Die ZDF-Moderatorin bedankte sich mit einer bemerkenswerten Rede. mehr ...

Die Hasskommentare auf ihrer Facebookseite stammen ihrem Rechtsanwalt zufolge aus der ersten Januarhälfte. Sie seien unter einem Facebooknamen gepostet worden, der Rückschlüsse auf den Klarnamen zuließe. Die einstweilige Verfügung sei inzwischen per Gerichtsvollzieher zugestellt worden, sagte Klages. Gegen die Entscheidung des Landgerichts kann Widerspruch eingelegt werden.

Hayali hatte am Samstag mit Tränen in den Augen eine Rede gehalten: "Glaubt eigentlich irgendjemand, dass das irgendwas bringt, dieser ganze Hass?", fragte die Journalistin, die in der Kategorie "Beste Information" mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. Sie werde als Journalistin wie viele Kollegen für die Berichterstattung über Flüchtlinge angegriffen, sagte sie.