Tatort München "Ein neues Leben" Duell der alten Ehepaare

Das alte Ehepaar Batic/Leitmayr prallt im München-Tatort auf ein neues: zwei Frauen, die in einer Beziehung leben und eine Drückerkolonne anführen. Die eine ist verhärtet, die andere sanftmütig. Doch das Schicksal hat beide zu Teufelinnen gemacht.

Von Holger Gertz

Miroslav Nemec (links) als Ivo Batic und Udo Wachtveitl als Franz Leitmayr im Tatort "Ein neues Leben"

(Foto: Bayerischer Rundfunk)

Die Kommissare Batic und Leitmayr - also Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl - werden von Kennern "das alte Ehepaar" genannt, und wenn man sie von hinten sieht, findet man die These bestätigt, dass alte Eheleute sich auch optisch einander annähern. Die Grauhäupter lösen ihren 62. Fall, das Buch stammt aus der überaus routinierten Schreibmanufaktur Breinersdorfer, es geht um Verbrechen im Drücker-Milieu. Batic ermittelt undercover, Deckname Dr. Schmidt.

Dem alten Ehepaar wird ein neues gegenübergestellt: zwei Frauen, die in einer Beziehung leben und die Anführerinnen der Drückerkolonne sind. Die eine ist etwas runtergewohnt, die andere sanftmütig. Bei der einen schimmert räudig-wienerischer Heimatklang durch, die andere schaut aus warmen Robbenaugen in die Eiswüste, die sich Leben nennt.

Grob geschnitzt, das Ganze, man erfährt nicht, welches Schicksal die beiden zu Teufelinnen gemacht hat, man hört nur Schlagworte, die Figuren haben keine Wurzeln, ihre Bedrohlichkeit gerät zur Karikatur von Bedrohlichkeit. Ganz anders als zuletzt beim BR-Tatort "Der traurige König", wo sich jede Person derart ins Gedächtnis gebrannt hat, dass man noch immer gern wüsste, ob der König inzwischen wieder fröhlich ist.

Irgendwann - es gibt grad was zu essen im Quartier - graunzt die Verhärtete: "Wir legen jetzt alle mal schön die Löffel beiseite, und dann sagt ihr mir: Wer war in unserem Büro?" Dazu lockert sie den Gürtel, um damit auf die Tischplatte einzupeitschen. Seit Felix Magath hat kein Mensch mehr auf diese Weise argumentiert. Und Felix Magath ist inzwischen auch entlassen.

ARD, Sonntag, 20.15 Uhr.

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