Pro Sieben Sat 1: N24 verkauft TV-Konzern schüttelt sich die Nachrichten weg

Der Münchner Pro-Sieben-Konzern macht es wahr: Der Nachrichtenkanal N 24 wird tatsächlich verkauft.

Von Christina Maria Berr

Vor zehn Jahren gab es Grund zum Jubeln im börsennotierten Fernsehkonzern rund um Pro Sieben. Der damalige Chef Georg Kofler trieb zur Informations-Offensive - und startete einen eigenen Nachrichtensender. Das war N24.

Das jetzige Management sieht den Kanal längst weniger euphorisch. Er macht Verluste, was bei den Gesellschaftern nicht gut ankommt. Nun wird der Kostgänger N24 verkauft - an das Management um Geschäftsführer Torsten Rossmann, an den ehemaligen Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust sowie an Fernsehproduzent Thorsten Pollfuß.

Aust und Rossmann sollen jeweils 26 Prozent der Anteile übernehmen. Der Pro-Sieben-Konzern verkauft auch die Produktionsgesellschaft Maz&More, die etwa das Sat-1-Frühstücksfernsehen macht.

Der schwierige Start ins Unternehmerleben wird den Investoren mit Aufträgen der bisherigen Muttergesellschaft erleichtert. Bis 2016 dürfen Rossmann & Co. die Nachrichten von Pro Sieben, Sat 1 und Kabel 1 fertigen. Weil dabei unter dem Strich weniger Kosten anfallen, spart sich Pro-Sieben-Vorstandschef Thomas Ebeling von 2011 an jährlich mehr als 25 Millionen Euro.

In diesem Jahr führt der Verkauf zu Belastungen von schätzungsweise 50 Millionen Euro. Die Alternative war, N24 selbst zu sanieren. Doch dem Wunsch der Landesmedienanstalten, eine eigene Nachrichtenredaktion gehöre nun einmal zu einem Sender, kam Ebeling am Ende nicht nach. Er entkernt seine TV-Gruppe, was vermutlich ganz im Sinne der zwei Hauptaktionäre ist, der Private-Equity-Firmen Permira und KKR.

Chef der neuen N24-Unternehmung wird Rossmann. Für den ehemaligen Spiegel-Chefredakteur Aust ist eine Rolle in der Geschäftsführung vorgesehen, in der er sich um das Neugeschäft kümmert.

Immerhin behält Ebelings Konzern die N24-Moderatoren. So wechselt der bisherige N24-Chefredakteur Peter Limbourg, der die Nachrichten bei Sat 1 präsentiert, als Senior Vice President nach München.