München-Tatort "Macht und Ohnmacht" Kommissare beim Kalauern

Der ehemalige Mitkommissar des Münchner Tatorts Carlo Menzinger (Michael Fitz) und seine früheren Kollegen Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec).

(Foto: dpa)

Er empfindet die Inflation der Kommissare in der ARD-Krimi-Reihe "Tatort" als eine Zumutung: Michael Fitz, der fünfzehn Jahre lang in der Serie als Kommissar Carlo Menzinger neben Ivo Batic und Franz Leitmayr in München ermittelte, kehrt nun für eine Folge zurück ans Set. Mehr reizt ihn nicht.

Von Philipp Crone

Die Aufforderung ist überflüssig. "Macht mal die Affen!", ruft ein Fotograf. Udo Wachtveitl hält sich die Augen zu, Miroslav Nemec den Mund, Michael Fitz die Ohren. Kurz ist es still am Dienstag in der Münchner Kneipe "Vereinsheim". Streng genommen haben die drei Schauspieler in diesem Moment aufgehört, die Affen zu machen.

Sie nehmen den Termin nicht sonderlich ernst. Ihren nächsten München-Tatort "Macht und Ohnmacht" sollen sie bewerben, der am 1. April läuft und in dem der Ex-Mitkommissar Carlo Menzinger (Fitz) nach fünf Jahren Pause als Privatier wieder mitspielt. Die drei Männer geben sich bei der PR-Pflicht wie in den Filmen: frotzelnd, mit Seitenhieben auf die Tatort-Kollegen, deren Zahl Wachtveitl, seit 22 Jahren im Dienst, neulich grob auf 500 geschätzt hat. Die Inflation der Kommissare, die seit 22 Jahren im Dienst sind, so soll wohl die Botschaft sein, ist eine ähnliche Zumutung wie dieser Termin.

"Ein Glück, dass ich nicht mehr dabei bin", scherzt Fitz und fläzt sich zum Fotoshooting zwischen die beiden Kommissare aufs Sofa, "geeignet für homoerotische Bildbände", schlägt Wachtveitl den Fotografen vor.

Nebenbei klärt Fitz die wichtigsten Fragen. Nein, er tritt nur in dieser Folge auf. Es reizt ihn auch nicht, wieder öfter mit den Kollegen Tatorte zu drehen, seine Figur sei ja "auserzählt". Das Drehen sei für ihn dabei wie Radfahren gewesen, Routine.

Carlo Menzinger, das war von 1991 bis 2007 der dritte Mann, der lässige Computer-Experte, aber auch der, an dem die Arbeit hängen blieb, auf die Batic und Leitmayr meistens keinen Bock hatten. Eine Art Side-Kick, wie es beim letzten München-Tatort der Assistent Gisbert Engelhardt war, den Fabian Hinrichs so wunderbar abgedreht spielte, dass nach seinem Tod am Ende der Folge sofort und vehement gefordert wurde: Holt Gisbert zurück. Abwechslung durch Charaktere, die anders denken und die Ermittler fordern, das schadet keinem Tatort, auch nicht dem Duo aus München.

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