Schauspieler Herbert Knaup übernimmt die Rolle des Kommissars Kluftinger in den neuen "Tatort"-Produktionen aus dem Allgäu.
Herbert Knaup wird neuer Tatort-Kommissar. Von 2011 an soll der Schauspieler neue Folgen der renommierten ARD-Krimi-Reihe drehen. Dazu werden die bundesweit bekannten Kriminalromane um den kauzigen Kommissar Kluftinger für die ARD verfilmt. Bereits zwei Fälle des Allgäuer Ermittlers werden für das sonntägliche ARD-Krimi-Event vorbereitet.
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Ein neuer Darsteller im "Tatort": Herbert Knaup ermittelt demnächst im Allgäu. (© ag.ddp)
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"Wir entwickeln gerade die Drehbücher zu Milchgeld und Seegrund", erklärte die zuständige Redakteurin des Bayerischen Rundfunks (BR), Stephanie Heckner. Allerdings sind die Entwicklungen noch in der Planungsphase: "Die Finanzierung steht noch nicht", sagt BR-Sprecherin Sandra Vogell. Zu sehen sein wird der Tatort mit Knaup in der Hauptrolle frühestens 2012.
Kommissar Kluftinger ist eine Erfindung des Autoren-Duos Volker Klüpfel und Michael Kobr. Der erste Roman "Erntedank" wurde zunächst für die Heimatkrimireihe des BR verfilmt. "Das war supererfolgreich und hatte sehr starke Quoten", so Vogell. Der gebürtige Allgäuer Herbert Knaup, der bereits in dieser ersten Verfilmung den kauzigen Kriminalbeamten spielte, erhielt für seine Darstellung in diesem Jahr den Bayerischen Fernsehpreis "Blauer Panther".
Nach einer Ausstrahlung in der ARD sollen die Filme anschließend auch wieder im BR zu sehen sein. Damit produziert die Münchner Sendeanstalt des Ersten nicht nur das Münchner Tatort-Duo Franz Leitmayr (gespielt von Udo Wachtveitl) und seinen Partner Ivo Batic (Mirocslav Nemec), sondern auch den neuen Allgäuer Kommissar Kluftinger.
Als Kommissar Kluftinger ist Herbert Knaup einer von weit über 70 Kommissaren, die bisher im Tatort ermittelt haben. Die Krimi-Reihe sorgt sonntags bei der Erstausstrahlung neuer Episoden immer noch für Rekordquoten und ist die meistgesehene und älteste Krimi-Serie des deutschen Fernsehens. Diesen November feiert der Tatort seinen 40. Geburtstag.
Für Schauspieler Herbert Knaup ist die Darstellung des Kluftinger nicht die erste Tatort-Rolle. Bereits 1984 wirkte er in der Münchner Folge "Heißer Schnee" mit. Seinen Durchbruch hatte er jedoch erst im Jahr 1994 mit Dominik Grafs Die Sieger. Mittlerweile hat er in zahlreichen nationalen und internationalen, erfolgreichen Produktionen mitgespielt - unter anderem bei Lola rennt, Schlafes Bruder, Das Leben der Anderen und Mogadischu. Der mit Preisen (Deutscher Filmpreis, Goldene Kamera) geehrte Darsteller war zuletzt am vergangenen Sonntag in der ARD-Produktion Eichmanns Ende über den SS-Mann Adolf Eichmann zu sehen.
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(ddp/berr)
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Ich habe lange darauf gewartet, dass der BR als eine der größten Sendeanstalten der ARD noch einen zweiten "Tatort" ins Programm nimmt. Insbesondere wenn man bedenkt, dass beispielsweise im Südwesten gleich vier Tatortserien beheimatet sind (Klara Blum aus Konstanz, Lannert aus Stuttgart, Lena Odenthal aus Ludwigsburg und Kappl aus Saarbrücken). Oder der WDR, der mit dem Kölner und dem Münsteraner Tatort auch zweigleisig fährt. Auch der NDR schickt mit dem Hamburger Kommissar Cenk Batu und Charlotte Lindholm aus Hannover zwei Ermittler ins Rennen.
Nun wird der BR also auch zwei Tatortserien produzieren, eine in der Hauptstadt, also in Oberbayern und künftig eine im Allgäu, also im Regierungsbezirk Schwaben. Und was ist mit den Franken, die neben den Bayern, die größte Volksgruppe in Deutschlands größtem Bundesland bilden? Nehmen die das einfach so hin? Wäre Nürnberg als große Metropolregion nicht auch gut für einen eigenen Tatort geeignet? Nicht, dass ich hier als Fürsprecher unserer fränkischen Freunde auftreten möchte. Ich selbst bin Münchner und habe mit Franken nicht all zuviel am Hut. Aber logisch wär's eigentlich schon.