Lobbyismus-Vorwürfe gegen Frank Plasberg Hart aber nachlässig

Nimmt Frank Plasberg es mit der Trennung von öffentlich-rechtlichem Auftrag und dem Wirken für die Privatwirtschaft genau genug?

(Foto: WDR/Klaus Görgen)

Ein hochrangiger Mitarbeiter der Redaktion von "Hart aber fair" hat eine Einladung für einen Lobbyverband unterschrieben. Das wirft einen Schatten auf Frank Plasbergs weiße Weste.

Von Hans Hoff

Vertrauen ist ein hohes Gut. Schwer erkämpft, leicht verspielt. Das gilt besonders, wenn man sich wie Frank Plasberg als unbestechlicher Nachfrager positioniert hat, Markenzeichen Hart aber fair. Dann lebt man davon, dass die Menschen dem Protagonisten seine Unabhängigkeit abkaufen. Misslich ist es dann, wenn eine kleine Nachlässigkeit große Schatten auf die weiße Weste wirft.

Die kleine Nachlässigkeit ist die Signatur unter einem Brief, den ein Mitarbeiter von Plasbergs Produktionsfirma Ansager & Schnipselmann (A&S) geschrieben hat und die Plasberg jetzt auf die Titelseite der Bild am Sonntag brachte. Es geht um eine Einladung zum Versicherungstag des GDV, des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft. Für den sollte A&S Gäste für eine Podiumsdiskussion rekrutieren. Dies geschah per Brief, unterschrieben vom Chef vom Dienst von Hart aber fair. Die Nennung der Sendung in einer Einladung für einen Lobbyverband fliegt A&S nun um die Ohren: Sie lässt Zweifel aufkommen, ob man es bei A&S wirklich ernst nimmt mit der Trennung von öffentlich-rechtlichem Auftrag und dem Wirken für die Privatwirtschaft.

Der Fauxpas der falschen Signatur wiegt schwer

"Wir haben die Produktionsfirma A&S beauftragt, nicht Hart aber fair", sagt ein GDV-Sprecher der SZ. Beim Lobbyverband ist man nicht sonderlich amüsiert über das Licht, das nun auf die Veranstaltung fällt, die von Plasbergs Gattin Anne Gesthuysen moderiert werden soll. Beim WDR reagiert man leicht säuerlich, weiß aber, dass man nicht viel dagegen tun kann, wenn Produktionsfirmen auch andere Aufträge annehmen. Trotzdem wiegt der Fauxpas mit der falschen Signatur schwer. "Der WDR hat A&S darauf hingewiesen, dass dies nicht zulässig ist und künftig zu unterbleiben hat", heißt es in Köln.

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Frank Plasbergs Ko-Geschäftsführer Jürgen Schulte übernimmt derweil die Verantwortung für den Fauxpas. "Dass ein Kollege der Hart-aber-fair-Redaktion mit Hart aber fair statt mit Ansager & Schnipselmann gezeichnet hat, war ein Fehler", betont er. Allerdings sei in den eigentlichen Texten der Einladungsschreiben keinerlei Bezug zur Sendung oder Plasberg hergestellt worden. Der kehrt Ende August aus der Sommerpause zurück und wird dann sicherlich besonders bei Versicherungsthemen erst einmal unter verschärfter Beobachtung stehen.