Gescheiterte Image-Offensive? Die Gebührenreform sollte die GEZ schlanker machen - jetzt will der Bürokratie-Koloss für die Umstellung erst einmal neue Stellen. Einfach geht anders.
Kaum eine öffentliche Institution in Deutschland ist so unbeliebt wie die Gebühreneinzugszentrale GEZ in Köln. Die Inkasso-Stelle, die als Gemeinschaftseinrichtung von ARD, ZDF und Deutschlandradio den Rundfunkbeitrag einzieht, ist berüchtigt für Schnüffeleien - und sie ist mit 1150 festen und etwa 500 externen Beschäftigten so etwas wie ein Bürokratie-Koloss, der sich von den Gebühren nährt, die er selbst eintreibt. Zum Vergleich: Der Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) hat etwa 1500 feste Mitarbeiter.
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Die Gebühreneinzugszentrale GEZ in Köln sollte eigentlich verkleinert werden und einen neuen Namen erhalten - das beschlossen die Ministerpräsidenten der Länder im vorigen Jahr. Nun bläht sich die Inkasso-Stelle auf und plant von 2012 an eine Aufstockung des Personals. (© dpa)
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Gelegenheit zur Reform schien jetzt die Umstellung auf die neue Haushaltsabgabe zu bieten, die von den Ministerpräsidenten der Länder im vorigen Jahr beschlossen wurde. Die GEZ werde entlastet, hieß es: Wenn die Beitragspflicht von 2013 an nicht mehr von der Zahl der Empfangsgeräte abhängt, hinter denen die GEZ-Fahnder her sind. Stattdessen wird eine Abgabe pro Haushalt und Betriebsstätte erhoben. Das beendet auch die Ausspähung von Bürgern. Die Kölner Gemeinschaftseinrichtung soll auch verkleinert werden und einen neuen Namen erhalten. Die Länder machten deutlich, dass sie bei der GEZ auf Einsparungen bestehen.
Zu der Image-Offensive passt nun allerdings gar nicht, dass die GEZ sich mit der Reform zunächst weiter aufbläht. Die Planung, die GEZ-Chef Hans Buchholz vorlegt, geht von 250 befristeten Neueinstellungen von 2012 an aus, bei externen Dienstleistern soll ebenfalls aufgestockt werden. Im Aufsichtsgremium der GEZ - dort sitzen Manager der Öffentlich-Rechtlichen - hält man die Aufstockung für gerechtfertigt. Die Umstellung bedeute "einen erheblichen Mehraufwand, der ohne zusätzliche Kapazitäten nicht zu bewältigen ist", sagt Hans Färber, Verwaltungsdirektor des WDR und Vorsitzender des GEZ-Verwaltungsrats. Insgesamt seien 42 Millionen Teilnehmerkonten von der Umstellung betroffen.
Als Signal sind die GEZ-Wünsche fatal. Sie könnten auch Landespolitiker verstören, die der Gebührenreform in den Landtagen noch zustimmen müssen. Aufwendig ist offenbar die Erhebung der Daten für das neue Abgabensystem, mit der man bereits 2012 beginnen will. Relativ überschaubar ist das bei den Privathaushalten. Dort erhält die GEZ über zwei Jahre einen Datenabgleich von den Einwohnermeldeämtern als Grundlage für die künftige Rechnungsstellung.
Zudem zahlen Privatleute in den meisten Fällen bereits heute nur einmal pro Haushalt (Zweitgerätebefreiung). Die Planer der Reform glauben daher, dass sich an 95 Prozent der heute von der GEZ geführten privaten Teilnehmerkonten nichts ändern wird - auch wenn sie geprüft und die Daten verarbeitet werden müssen.
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Bundespräsident Gauck in Israel
...scheint die Angst umzutreiben, dass sein bewährtes und äußerst beliebtes Schnüffelpersonal dahinschmilzt. Und da braucht er unbedingt eine mitleidige Seele wie den Herrn Färber, der die gefakten Zahlen von Herrn Buchholz für echt hält und aufrecht in der Öffentlichkeit vertritt.
Und ewig rauscht das Budgetgefasel!
Das Gedröhne hat nur einen einzigen Verursacher, dem der in Sichtweite rückende Machtverlust an der Eitelkeit nagt...!
Frischwasser, Abwasser, Energie, Müll und Medien(Müll) sind DIE klassischen Branchen zum Gelddrucken auf Steuerzahlers Kosten. Gleichzeitig bewährte Verschiebebahnhöfe oder Abstellgleise für "verdiente" politische Luschen, Abnicker, Kriecher und Jasager ...
... und das System ernährt sich selbst ...
Nun haben die Ministerpräsidenten lange für diese Reform gebraucht um alles zu vereinfachen. Ich habe nicht verstanden wo hier die Vereinfachung sein soll.
Da nun die GEZ soviele neue Stellen schaffen will ist ja wohl bewiesen, dass nichts einfacher wird. Und das nach 2 Jahren es wirklich weniger Mitarbeiter gebraucht werden glaube ich erst, wenn es passiert.
Ich denke man sollte das zum Anlass nehmen, die Finanzierung noch mal neu zu überdenken und eine neue Form finden, am besten das ganze gleich mit dem Urheberrecht verbinden und dann soetwas wie eine Kulturabgabe für alle einführen.Das würde allen helfen und die ungeliebte GEZ könnte wirklich abgeschafft werden. Ich halte es auf jeden Fall für falsch, dass die Rundfunkanstalten selber die Gebühren einziehen. Die circa 1200 Mitarbeiter sind sowieso geschönt, da auch in den RAs noch mal Menschen für die GEZ tätig sind.
casamungo schreibt
"(...) das Geld über das Finanzamt eingezogen!! Dort sind alle Daten vorhanden "
nur die der Steuerzahlerinnen, und eine Superbehörde für alles wird wirklich niemand wollen
... die mit dem Anspruch Bürokratieabbau angetreten ist. Die Realität: Aufblähen bei der GEZ und in den Ministerien (müssen ein Patt pleitegegangene FDJler untergebracht werden?) sowie ein Bildungspaket bei dem die Nutzung durch Formulare, Formulare verhindert wird.
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