Ehemalige WDR-Intendantin Piels üppige Pension

"Pseudo-Skandalisierung" nennt der WDR einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach die ehemalige Intendantin Monika Piel eine monatliche Rente im fünfstelligen Bereich erwarten darf. Ausdrücklich dementieren will man die Zahlen jedoch nicht.

Von Claudia Tieschky

Die frühere WDR-Intendantin Monika Piel kann laut Bild-Zeitung eine monatliche Pension zwischen 12.500 und 13.500 Euro vom Sender verbuchen, das errechneten zwei von der Zeitung beauftragte Wissenschaftler auf Grundlage von Zahlen aus dem WDR-Geschäftsbericht. Die Pensionen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind - wie die Sender insgesamt - zum allergrößten Teil gebührenfinanziert.

Der WDR dementierte die errechneten Zahlen nicht ausdrücklich, warf dem Bild-Bericht aber "Pseudo-Skandalisierung" vor, die Darstellung sei "irreführend und missverständlich". Die von Bild zitierten Rückstellungen in der Bilanz für Piels Altersbezüge von 3,181 Millionen Euro seien ein versicherungsmathematischer Wert und hätten "nur bedingt Aussagekraft".

Wie hoch Piels monatliche Pension tatsächlich ist, gab der Sender unter Berufung auf den Datenschutz nicht bekannt. Generell seien die Pensionsleistungen des WDR "vergleichbar mit denen kommunaler Unternehmen ähnlicher Größe".

Intendantenbezüge veröffentlicht

Piel war im vergangenen Juni im Alter von 62 Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt ausgeschieden. Sie hatte im Geschäftsbericht 2009 ihre Intendantenbezüge erstmals veröffentlicht - nachdem ein neues WDR-Gesetz dies verlangt hatte. Weitere Senderchefs der ARD zogen daraufhin nach und nannten ihr Gehalt.

Piels Jahresgehalt lag zuletzt bei 350.800 Euro, Nebenverdienste nicht eingerechnet; ihr Nachfolger Tom Buhrow erhält inklusive Dienstwagen sogar 367.200 Euro, allerdings sind seine Nebenverdienste - etwa aus den Aufsichtsratsmandaten von ARD-Töchtern - gedeckelt.