Edouard Perrin Luxemburg geht gegen Luxemburg-Leaks-Journalisten vor

Internationale Konzerne vermeiden dank des Großherzogtums Milliarden an Steuern. Ein französischer Journalist deckte die Affäre auf. Nun will ein Luxemburger Ermittlungsrichter ihn anklagen.

Luxemburg geht strafrechtlich gegen einen französischen Journalisten vor, der maßgeblich an den Luxemburg-Leaks-Enthüllungen beteiligt war. Dutzende Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, hatten Ende 2014 berichtet, wie der Staat internationalen Konzernen dabei hilft, Steuerzahlungen in Milliardenhöhe zu vermeiden.

Der Journalist Edouard Perrin hatte schon 2012 über interne Dokumente aus dem Großherzogtum berichtet. Der Ermittlungsrichter wolle ihn nun anklagen, teilte die Luxemburger Behörde mit. Die Beamten werfen ihm vor, Komplize des mutmaßlichen Whistleblowers zu sein.

Luxemburg verdächtigt einen ehemaligen Mitarbeiter der Beratungsgesellschaft PwC, geheime Unterlagen von seinem Ex-Arbeitgeber entwendet und an Journalisten übergeben zu haben. Der Mann, Antoine Deltour, hatte in einem Interview im Dezember erzählt, er habe aus Überzeugung gehandelt.

Das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ), das die Recherchen der an Luxemburg-Leaks beteiligten Medien koordiniert, verurteilte die Entscheidung des Ermittlungsrichters nachdrücklich.