Rasende Autos oder laute Mitbewohner nerven besonders, wenn man versucht, zu schlafen. Doch das Gehirn verteidigt sich aktiv gegen Lärm.

Wenn draußen die Autos vorbeirasen, der Nachbar seine Anlage aufdreht oder der Mitbewohner wilde Partys feiert, kann der eigene Schlaf darunter leiden. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München haben nun herausgefunden, dass das Gehirn seinen Schlaf aktiv gegen Lärm verteidigt.

Schlaf, iStockphotos

Damit wir besser schlafen können, blendet das Gehirn einzelne Störgeräusche aus. (© Foto: iStockphotos)

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Meldet das Gehör eines Schlafenden Reize, die leicht von der gewohnten Geräuschkulisse abweichen, bleibt nicht nur die normale Reaktion der Hörrinde aus. Andere Bereiche des Gehirns werden sogar nach unten geregelt, wie aus der Untersuchung hervorgeht.

Die Forscher halten dies für einen Schutzmechanismus, der verhindern soll, dass Schlafende aufwachen. "Um zu verhindern, dass man bei jedem Geräusch wach wird, werden quasi die Alarmantennen besänftigt", sagt Philipp G. Sämann, einer der Autoren der Studie. "In diesem abgestumpften Zustand können wir den Schlaf aufrechterhalten."

Die Bereiche, die nach einem Geräusch gebremst werden, sind normalerweise für Alarmzustände zuständig oder daran beteiligt, Bewegungen auszulösen. "Der Schutzmechanismus für den Schlaf funktioniert natürlich nur für leicht abweichende Reize", erklärt der Forscher. Bei starken Reizen - wenn beispielsweise der eigene Name gerufen werde oder der Wecker klingle - wache man trotzdem auf.

Für ihre Untersuchung maßen die Forscher die Gehirnströme per Elektroenzephalographie (EEG) und nahmen das Gehirn mit funktioneller Magnetresonanztomographie auf. So konnten sie die Aktivierung einzelner Areale im wachen und schlafenden Zustand, vor und nach einem Geräusch vergleichen.

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(AP/sueddeutsche.de/aro/bre)