Eheleute, lasst alle Hoffnung fahren: Der Trend geht wieder zur Scheidung. Zwei Drittel aller Anträge kommen von den Frauen.
Schlechte Nachricht für Verheiratete: Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, liegt die Scheidungsrate derzeit bei etwa 39 Prozent. Demnach wurden 2008 insgesamt 191.900 Ehen, also 4800 oder drei Prozent mehr Ehen geschieden als 2007.
Verliebt, verlobt, verheiratet - geschieden. Fast 40 Prozent aller Ehen gehen auseinander. (© Foto: iStockphotos)
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In den Jahren 2004 bis 2007 war die Anzahl der Scheidungen gesunken, seit 1992 kontinuierlich gestiegen: 2008 wurden elf von 1000 Ehen geschieden, im Jahr 1993 waren es dagegen nur acht. Aus statistischen Gründen wurden dabei aber nur Ehen mit einer Dauer bis 25 Jahre berücksichtigt.
Im Saarland war das Scheidungsrisiko besonders hoch; dort waren von 10.000 Einwohnern 26,4 von einer Scheidung betroffen. Danach kamen Schleswig-Holstein (26,3) und Nordrhein-Westfalen (25,7). Die wenigsten Scheidungen werden den Angaben zufolge in Sachsen (18,3), Mecklenburg-Vorpommern (19,1) und Thüringen (19,4) eingereicht. Der bundesweite Schnitt lag bei 23,4.
Meistens wollen die Frauen nicht mehr
2008 kamen die Scheidungsanträge zwar weiterhin überwiegend von den Frauen und nur in etwa jedem dritten Fall von den Männern (37 Prozent). Doch holen die Männer auf: Um fünf Prozent stieg die Zahl der von ihnen gestellten Anträge.
Rund 85 Prozent der Ehen wurden im vergangenen Jahr nach einjähriger Trennung geschieden, das waren drei Prozent mehr als 2007. Knapp die Hälfte der geschiedenen Paare hatte Kinder unter 18 Jahren. Die Zahl der von Scheidung betroffenen minderjährigen Kinder nahm damit um rund vier Prozent auf 150.200 zu, wie die Wiesbadener Behörde berichtete.
Doch es gibt auch gute Nachrichten: Von Jahr zu Jahr vergeht mehr Zeit, bis sich Paare zu einer Trennung entscheiden; 2008 betrug die durchschnittliche Ehedauer bei der Scheidung 14,1 Jahre. Im Jahr zuvor waren die Partner im Schnitt 13,9 Jahre verheiratet, 1990 waren es 11,5 Jahre.
Scheidungsreform benachteiligt Frauen
Ein Grund für die zögerliche Haltung könnte das neue Scheidungsgesetz sein: Die Zeiten, in denen eine Ehe die Versorgung für geschiedene Frauen garantierte, sind vorbei. Während früher vor allem die Männer einen Ehevertrag anstrebten, um sich davor zu schützen, müssen nun die Frauen darauf achten, im Falle einer Scheidung über das dritte Lebensjahr des Kindes hinaus Anspruch auf Unterhalt zu haben - jedenfalls, wenn sie für die Erziehung der Kinder zuständig sind.
Kritiker beklagen, dass geschiedene Mütter stark benachteiligt seien, da sie die Betreuung der Kinder organisieren und zugleich ihre berufliche Karriere weiter verfolgen müssten, um finanziell abgesichert zu sein. Befürworter hingegen loben die Reform dafür, dass eine gescheiterte Ehe nun nicht länger ein Hindernis für eine zweite Ehe sei, weil man es sich nicht mehr leisten könne, erneut zu heiraten. Wie die faz.net berichtete, hatte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries indes die Reform als "wichtigen Schritt zu einer modernen Familienpolitik" bezeichnet.
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(sueddeutsche.de/vs/AP)
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@Willie_Esco:
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt ;-)
"Die Ehe ist nicht mehr zeitgemäß."
"...ich setze mich selber dem Risiko nicht aus."
Jaja und dann kommt DIE Frau und all die großen Sprüche werden über den Haufen geworfen. Dann ist man auf einmal sowas wie verliebt, verzichtet sogar freiwillig auf den Ehevertrag und die Welt ist ein schöner Ort. Ja, bis zur Scheidung und dann ist das Gejammer groß :-)
"wer heutzutage heiratet ist irre und nicht fähig sinnerfassend zu lesen, vielleicht auch eingrund warum so wenig wert auf die lesekompetenz bei jungen in den schulen und der bildungspolitik geachtet wird"
Was für ein Schwachsinn. Als ob Jungen nichts beigebracht wird in der Schule, dass sie später mal heiraten. Auf so einen DS muss man erstmal kommen.
Ein Konstrukt, daß mal für als lebenslange Verbindung zweier Menschen gedacht war (und das auch mal durch das gesellschaftliche Normen- und Wertesystem massiv gefördert ja fast erzwungen wurde), wird durch unsere flexible, freiheitsliebende Gesellschaft ad absurdum geführt. Daher eben nicht mehr zeitgemäß.
Welche "harten" Argumente sprechen denn noch für die Ehe?
Das Arbeitsplätze in der Scheidungsindustrie geschaffen werden?
Das ich als finanziell schwächerer Partner den anderen ausnehmen kann?
Das Scheidung eine der großen Armutsrisiken ist?
Ich wünsche jedem, der heiratet, daß die beiden es entgegen dem Trend doch hinkriegen, aber ich setze mich selber dem Risiko nicht aus. Bin doch nicht blöd :-)
Oh, da kennt sich aber einer gar nicht aus im Familienrecht.
Paging