Expertentipps zur Erziehung Sollten Eltern die anderen Kinder zur Rede stellen?

Viele Kinder wollen jedoch nicht bei Lehrern oder Eltern "petzen".

Das tun sie ja nicht, schließlich handelt es sich nicht um ein "Verpetzen" der anderen, sondern um einen Konflikt, mit dem das Kind allein nicht zurechtkommt.

Aber sehen das die anderen Kinder auch so?

Da ist die Reaktion der Pädagogen wichtig. Es macht wenig Sinn, die anderen nur zu bestrafen. Wichtiger wäre, das Thema allgemein zu behandeln, ohne Täter und Opfer herauszustellen, und vielmehr das Einfühlungsvermögen in andere zu stärken - zum Beispiel im Rahmen von Programmen zur Gewaltprävention. Denn wenn Kinder soziale Kompetenzen zu Hause nicht erworben haben, können sie diese durchaus später nachlernen - sowohl die Aggressoren als auch die Opfer.

Sollten die Eltern nicht mal mit den aggressiven Kindern anderer Eltern ein ernstes Wort reden?

Lieber nicht, diese würden das nur als weitere Schwäche ihres Opfers auslegen und glauben, dass es sich nicht selbst wehren kann. Besser spricht man die anderen Eltern an, die ihrem Kind die Gefühlslage des anderen klarmachen können. Einen Rat, wie sie das tun könnten, sollte man den anderen Eltern aber nur geben, wenn diese das wollen - sonst blockieren sie. Wenn es eine ganze Gruppe von Drangsalierern ist - und Mobbing ist immer ein Gruppenphänomen -, könnte die Lehrkraft helfen und zum Beispiel alle Eltern dieser Kinder einladen und auf sie einwirken.