Zensur von "Django Unchained" in China Nach einer Minute gestoppt

In einem chinesischen Kino sei "Django Unchained" nach nur einer Minute gestoppt worden.

(Foto: dpa)

Die Vor-Zensur hatte Tarantino bereits bestanden. Doch kurz nach dem offiziellem Kinostart in China wurde "Django Unchained" wieder aus dem Programm genommen. Über die Gründe gibt es verschiedene Vermutungen.

Es sollte laut Hollywood Reporter der erste von Quentin Tarantinos Filmen sein, der in China auf der großen Leinwand zu sehen wäre. Der Kinostart von "Django Unchained" war offiziell für den 11. April geplant. Wie das Internetportal Sina Weibo aus einer Mitteilung an die Kinos zitierte, wurde er jedoch kurz nach Erscheinen wieder aus dem Programm genommen.

Dafür wurden technische Gründe angegeben. In einem Kino sei der Film nach nur einer Minute gestoppt worden, berichtete ein Nutzer von Sina Weibo. Vertreter der Filmindustrie sagten dem Portal, Nacktszenen hätten zu der plötzlichen Zensur geführt. Ein anderer Nutzer vermutete, die Zensur könnte möglicherweise mit dem "gefährlichen" Thema des Films zusammenhängen - dem Aufstand von Unterdrückten: So sei die Hauptfigur von einem Sklavenhalter lange unterdrückt worden, bevor sie "im Namen von Liebe und Freiheit" rebelliert habe.

Die Vor-Zensur hatte "Django Unchained" bereits hinter sich, dabei hatten die Behörden zunächst Probleme mit den Gewaltszenen. Sie mussten nachgebessert und Filmblutspritzer reduziert werden.

Derartige Maßnahmen sind in China keine Überraschung. So müssen sich ausländische Produktionen wie Men in Black 3 oder Fluch der Karibik häufig der Kritik der Kontrollorgane fügen. "Das ist nervig, es ist jedes Mal das Gleiche", schrieb etwa ein Chinese zum verzögerten und zensierten Kinostart von "Skyfall". Auch die untertitelten Dialoge entsprächen häufig nicht dem Originaltext.

Trotzdem spielen die ausländischen Filme in China jährlich Millionenbeträge ein, auch wenn sie oft nur einen Monat lang laufen. Viele Tarantino-Fans können die Originalversion "Django" in jedem Fall mithilfe von Raubkopien und Internet-Streams sehen - Methoden, die im Land längst üblich sind. Wann und ob "Django" wieder auf der Leinwand zu sehen sein wird, ist laut AFP unklar.