Wettbewerb der Berlinale 2013 Rumänischer Film gewinnt Goldenen Bären

Calin Peter Netzer, Regisseur von "Die Stellung des Kindes", und Preisträger des Goldenen Bären.

(Foto: dpa)

19 Filme haben bei der diesjährigen Berlinale um die Silbernen und Goldenen Bären konkurriert. Der Hauptpreis geht erstmals nach Rumänien. Der Gewinner des Silbernen Bären für das beste Drehbuch durfte an der Preisverleihung nicht teilnehmen - trotz Bitten der Bundesregierung.

Filme aus Osteuropa sind die großen Gewinner der 63. Berlinale - die Deutschen gingen leer aus. Der Goldene Bär wurde erstmals nach Rumänien vergeben. Die Jury unter Vorsitz des chinesischen Regisseurs Wong Kar Wai ("In The Mood For Love") zeichnete mit dem Hauptpreis Calin Peter Netzers Drama "Die Stellung des Kindes" ("Pozitia Copilului") aus - eine mit Krimi-Elementen inszenierte Geschichte über Schuld, Verantwortung und Korruption, die zu den Favoriten des Festivals zählte. Der 1975 im rumänischen Petrosani geborene und in Deutschland aufgewachsene Netzer erzählt in seinem Film von einer schwierigen Mutter-Sohn-Beziehung in einer korrupten Gesellschaft.

Gleich zwei Preise holte der halbdokumentarische Film "Eine Episode aus dem Leben eines Metallsammlers" ("Epizoda u zivotu beraca zeljeza") von Oscar-Preisträger Danis Tanovic ("No Man's Land") aus Bosnien-Herzegowina. Der Film erhielt den Großen Preis der Jury, eine besonders begehrte Auszeichnung. Tanovics Hauptdarsteller Nazif Mujic nahm außerdem den Silbernen Bären als bester Schauspieler entgegen. Der Roma spielt in dem Film zusammen mit seiner Frau und den Kindern eine reale Episode aus dem harten, ärmlichen Leben der Familie nach.

Als beste Schauspielerin geehrt wurde die Chilenin Paulina García für ihre Rolle als "Gloria" in Sebastián Lelios gleichnamigen Film. Die Tragikomödie erzählt von einer Frau Ende 50, die noch einmal von der großen Liebe träumt.

Der einzige deutsche Berlinale-Wettbewerbsfilm "Gold" von Thomas Arslan, von der Kritik schon während des Festivals negativ beurteilt, war nicht unter den Gewinnern - genauso wenig wie seine Hauptdarstellerin Nina Hoss oder die deutschen Schauspieler Martina Gedeck ("Die Nonne") und August Diehl ("Layla Fourie").

Silberner Bär für verfolgten Iraner

Den Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhielt der in seiner Heimat verfolgte iranische Filmemacher Jafar Panahi. Er ist zusammen mit seinem Kollegen Kamboziya Partovi für die Vorlage zu dem geheim gedrehten Film "Geschlossener Vorhang" ausgezeichnet worden. Panahi, der sich offen zur Opposition im Iran bekennt, hat in seinem Heimatland Arbeitsverbot - und durfte trotz mehrfacher Bitte der Bundesregierung nicht selbst zur Berlinale kommen.

Für die beste Kamera erhielt Aziz Zhambakiyev einen Silbernen Bären: für seine streng komponierten Bilder im kasachischen Adoleszenz-Drama "Harmony Lessons" ("Uroki Garmonii") von Regisseur Emir Baigazin - eine Studie über Gewalt an einem dörflichen Gymnasium.

Der Amerikaner David Gordon Green hat bei der Berlinale den Silbernen Bären für die beste Regie erhalten. Die Jury sprach ihm die Auszeichnungen am Samstag für seine lakonische Komödie "Prince Avalanche" zu. Green erzählt von zwei Straßenbauarbeitern, die den Sommer in einer von Waldbränden gezeichneten Gegend verbringen.

Für den besten Erstlingsfilm wurde der australische Regisseur Kim Mordaunt (Jahrgang 1966) ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für sein Debüt "The Rocket". Der Jugendfilm erzählt von einem kleinen Jungen in Laos, der von seiner abergläubischen Umgebung als Unglücksbringer abgestempelt wird. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte "The Rocket" mit ihrem Filmpreis bedacht.